Montag, März 02, 2009

how to be good.

mir läuft die zeit davon für meine hausarbeiten, aber immerhin waren die letzten 1,5 wochen voll mit menschen und schönen events. so voll ist mein terminplaner nicht mal unterm semester. die artztermine nicht mitgezählt waren das

donnerstag: gemütliches essen mit vielen tollen menschen, kochen für 15 leute
montag abend: chillen bei claudi mit leuten
dienstag: mittagessen mit oksana, abendessen & dvds schauen mit jona und milly
mittwoch: frühstücken mit janna
donnerstag: sport mit janna und jessi, abendessen und chillen mit kaori, matthias, merlin und becca
freitag: mittagessen mit bea, party im wienerwald, die ich leider gottes verschlafen habe, nur um von sms geweckt zu werden vor mitternacht
samstag: großartige mottoparty auf kleinem raum bei merlin
sonntag: arbeiten

ich danke für die einladungen und netten gelegenheiten! *:

jetzt wird es also dringend zeit für wichtige sachen. dem papierkram und anderem akademischen blödsinn gewidmet habe ich mich pünktlich mit dem eintrudeln von überweisungen. ich habe also heute mehr als 850 euro auf meinem konto gesehen, geseufzt und gewunken. miete, klar. und studiengebühren.
letztere nerven mich immer wieder, weil ich einfach zu wenig positive effekte bemerke, dafür dass ich 2 mal im jahr mit so einem riesen batzen geld aufkommen soll.
aber mal so gefragt: darf ich mich beschweren? in anderen ländern sind studiengebühren nicht nur gang und gebe, sondern auch noch viel, viel höher. aber: nur weil es anderswo so ist, heißt es nicht, dass es im prinzip gut und richtig ist, oder? wenn in england z.t. das 10fache an gebühren verlangt wird, dann muss man dazusagen, dass sich eine uni dort zu großteilen aus studiengebühren finanziert und bildung im privaten sektor ohnehin anders finanziert wird. hier sind universitäten wie die uni tübingen öffentliche unis, das heißt vom bund bzw land finanziert (eher land, "bildung ist landessache"). seit wir studiengebühren zahlen wurden einige endstellen fürs geld nicht mehr vom land übernommen sondern werden so von den unis aufgebracht. das heißt: wir zahlen. das ist bis vor wenigen jahren hier keine selbstverständliche sache gewesen. ich schätze, hätte ich die übergangszeit nicht mitbekommen, wäre ich evtl anders gestimmt, aber wieder einmal merke ich wie die sozialistische erziehung meiner eltern auch bei mir spuren hinterlassen hat. sigh.
trotzdem: darf ich mich beschweren?
ich kriege kein bafög, aber meine eltern verdienen gerade genug um mir meine miete und meine krankenversicherung zu zahlen. mit ab und an hunger schieben kann ich mir ab und an eine kleinigkeit für mich kaufen & ansonsten gut essen, ohne mich nebenbei ständig kaputtschuften zu müssen. zwar auf kredit, den ich die jahre nach meinem studium lange hart abstottern darf, aber so eine möglichkeit hat bei weitem nicht jeder mensch auf der welt. ich studiere in einem land mit studiengebühren und selbst wenn meine einstellungschancen nicht immer superhoch sein werden, geht es mir doch eigentlich gut, oder? besser als einem großteil der menschheit, jedenfalls. allein schon rechnerisch steht mir bei weitem mehr geld am tag zur verfügung als einem durchschnittlichen menschen in einem durchschnittlichen dritte-welt-land. richtig? warum beschwere ich mich dann also? warum jammern alle wegen einer weltwirtschaftskrise, die irgendwann auch wieder vorbeigeht. vor allem wenn trotz krise weiter fleißig konsumiert wird. vielleicht nicht in allen bereichen, aber im großen und ganzen schon.

menschen sind nun mal egoisten, daran wird sich nichts ändern lassen. das ist auch gesund so; aber schade, dass wir normalerweise nicht erkennen wo die grenzen von "gesunder egoismus" zu "unnötiger überfluss" aufhören. hätte ich mehr geld, würde ich anders konsumieren. aber wenn ich manchmal nicht weiß wovon ich die nächsten drei wochen eigentlich leben soll, soll ich dann fairtrade produkte kaufen? oder nur wenn ich "genug" habe? ich würde sofort mit dem essen aufhören, wenn es nicht so geil schmecken würde & von zeit zu zeit leider auch nötig wäre, ehrlich.

ich für meinen teil möchte in zukunft bewusster konsumieren, wenn ich kann. ich kaufe & koche schon so gut ich kann regional & saisonal, umweltfreundlich oder energiesparend. aber das ist nur ein anfang.
an dieser stelle zwei nette empfehlungen.
liathlannwindvogel hat uns schon vor ein paar wochen in einem kommentar ein kleines schätzchen ans herz gelegt, nämlich http://www.wearewhatwedo.org. ein paar nettigkeiten & auch ein paar wirklich nützliche ideen.
denn übertreiben darf man es nicht, man sollte realistisch bleiben. wie ein über-gutmenschentum nämlich aus dem ruder laufen könnte, darüber hat nick hornby auch schon geschrieben. how to be good heißt das büchlein. gestern zuende gelesen (jetzt kommt jackie kay, danke milly!) & für lesenwert empfunden, nicht nur wegen einzelner humorvoller zeilen, sondern weil es tatsächlich denkanstöße geben kann. darüber was man sollte, kann und will oder nicht. ist für eine junge generation vllt angebrachter als eine alte (taugt also leider nicht zum 71. geburtstag meines schwiegerpapas. damn!)
dennoch lesenwert.


wer noch ein paar tipps, ratschläge & empfehlungen hat, seien es nun bücher, filme, dokus, websites oder ähnliches zum thema, der sei herzlich eingeladen, das hier zu kommentieren und zu bereichern.

heute sind wir mal nett,
~mademoiselle

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