Mittwoch, Mai 06, 2009

in this world

nach einem furchtbar langen unitag gestern (8-18 uhr, zweimal kurz mit lieben menschen rumgesessen, sonst eigentlich nur busy) hatte ich das große vergnügen übermüdet noch 3 stunden lang zwei filme zu sehen. living with illegals von sorius samura und in this world von michael winterbottom.

man mag von samura denken was man will, und von seiner "dokumentation", aber in this world hat mich schon ziemlich geflasht. wir reden hier von einer drama-doku. es hat zwar nen relativ dokumentarhaften stil, bzw wird ab und genau wie eine doku kommentiert, ist aber mehr wie ein spielfilm.
der inhalt hat mich trotzdem verstört, empört und angewidert, aufgerüttelt und wütend gegenüber authoritäten gemacht, denen menschenleben so wenig wert sind.

leute beschweren sich wie viele ausländer und "illegale einwanderer" in ihren straßen rumlaufen? die haben ja keine ahnung wie viele tausende das noch versucht und nicht geschafft haben, weil sie auf dem weg dahin aufgefangen & und zu einer anderen landesgrenze zurückgeschickt wurden, weil sie beim überqueren einer landesgrenze im wasser ertrunken sind oder in nem lkw oder container elendig erstickt sind. ich weiß regierungen haben auch andere sorgen, ihre eigenen, und sozialstaat spielen is alles mögliche, aber nicht billig. trotzdem sollte man versuchen zu helfen so gut man nur kann. wer das nicht versucht, hält nicht viel von seinen mitmenschen, schätze ich. und das widert mich an.
ich muss mich dringend schlau machen, wie ich da ws gegen tun kann, ich habe keine lust mehr hier rumzusitzen und zuzuschauen wie die welt vor die hunde geht, denn das kotzt mich an. (von amnesty international, pro asyl & kein mensch ist illegal mal abgesehen: noch tipps oder ideen wo ich mich schlau machen kann, was tun kann, außer bloß dagegen zu sein? bitte kommentieren!)

samura will ich nicht so ganz ernst nehmen (mir kommt zuvieles ungereimt und künstlich in szene gesetzt vor) in und mit diesem film, aber winterbottom lege ich jedem ganz ernsthaft ans herz. dieser film hat viel zu wenig aufmerksamkeit und chancen bekommen gesehen zu werden. schaut euch den bitte an!

in this world bei [wiki] & [imdb]


einen schönen tag trotz allem,
~mademoiselle

1 Kommentar:

Diandra hat gesagt…

Einmal meine ungeliebte Meinung zu diesem Thema - man kann nicht jeden retten. Und man muss Prioritäten setzen. (Ressourcen sind begrenzt) Wenn ich das arme Waisenkind in Afrika unterstütze, kann ihc nicht für die TAFELN EV spenden. Wenn ich dem einen Bettler was gebe, habe ich kein Kleingeld für die Straßenmusikanten. Für einige Leute sieht es sogar so aus: Wenn ich dem Bettler was gebe, habe ich kein Geld für das Abendessen (oder die dringend benötigten neuen Schuhe). Wenn ich das Tierheim vor Ort unterstütze, stirbt ein wilder Hund auf Mallorca.

Und so weiter und so fort.

Ich finde es schlimm, das Leute beim Versuch der illegalen Einreise sterben, aber ich bin der Meinung, dass man nicht alle retten kann. Und ich finde auch, dass man sich zunächst um die Leute kümmern sollte, die sich in der eigenen Umgebung oder physischen/emotionalen Umgebung befinden.

Man kann hunderte Stunden bei der Telefonseelsorge sitzen - was hilft es einem, wenn ein guter Freund sich umbringt und man hat vorher nichts davon gemerkt?

Man kann jedes Jahr zu Weihnachten für Misereor spenden, und am Ende der Straße verhungert eine alte Dame oder ernähren Eltern ihre Kinder von Weißbrot und Nudeln und Ketchup.

Ähnliches gilt meiner Meinung nach auch für den "Sozialstaat"... auch wenn die Bedingungen in einigen Ländern schrecklich sind und viele Leute all ihre Hoffnungen in eine Grenzüberquerung und Duldung in Deutschland setzen, so ist es doch die erste Pflicht des Staates, sich um die zu kümmern, die bereits hier sind und denen es nicht gut geht.

Oh yeah, damit mache ich mich wahrscheinlich unbeliebt, aber... *wuschels*