Donnerstag, Dezember 03, 2009

40 tage & 40 nächte, eine kleine gehhilfe (2)

ok, wie im vorherigen beitrag erklärt eine kleine gehhilfe fürs chaosmädchen & ihren versuch 4o tage lang vegetarisch klar zu kommen.

zunächst ein paar basics vorweg.

jeder kann kochen.
oder anders essen zubereiten. sei es nun gebacken, frittiert, frisch oder sonst wie.
wer sagt er sei ein schlechter koch, hat nur angst oder redet sich das ein. oder scheut aufwand. aber: gut essen heißt nicht super komplizierte meistermenüs zaubern zu müssen. es darf ja auch simpel sein. kochen können und kochen wollen sind zwei verschiedene paar schuhe und ich wage zu behaupten können kann man üben. natürlich sind die geschmäcker verschieden.

gut essen kostet geld.
aber gutes essen muss nicht teuer sein. und jeder definiert gut wahrscheinlich anders. für mich heißt gut essen abwechslungsreich, gesund und fair essen. gut essen heißt für mich auch, nicht zu viel und nicht zu wenig essen. denn: gute lebensmittel & zutaten kosten zuweilen ein kleines vermögen – und mal ehrlich: nicht jeder student schwimmt im geld. es ist sinnvoll sich nicht gleich auf die superdekadenten, exotischen sachen zu stürzen. Für die schönen kleinen anfänge reicht auch regional & saisonal. das ist gut für die lokale wirtschaft, umwelt & den geldbeutel. erdbeeren sind toll & lecker, müssen aber im winter echt nicht sein.

soviel zeit muss sein.
egal ob es um das einkaufen von zutaten, das auschecken & vergleichen von gegebenen läden oder das zubereiten an sich geht: zeit nehmen hilft. natürlich muss es manchmal schnell gehen, oder man hat gar nicht die möglichkeit sich jetzt etwas richtiges anzurichten, weil man gerade unterwegs ist. aber für alles gibt es eine gute, leckere lösung. das kann rohkost sein, oder bereits vorher vorbereitetes essen oder spontan gekauftes essen, das keinerlei weiteren zubereitung bedarf.

keine angst vor neuem.
nicht jeder mensch hat das glück in eine familie von gourmets oder spitzenköchen geboren zu werden. so manches schleckermaul und so mancher koch kommen erst spät an die leidenschaft essen & essen zubereiten. ich selbst sehe mich da auch als so einen spätzünder. aber alles was ich jetzt kann, habe ich mir in den vergangenen vier jahren mehr oder weniger selbst beigebracht.
aber vor allem sollte man nie seine neugierde verlieren. gerade wenn man so eine massive umstellung in der ernährung durchmacht. kurz: keine angst vor neuen lebensmitteln, gewürzen, kräutern, zubereitungsarten, küchen der welt. vor allem wenn man sich nur schwer von alten (essens)gewohnheiten trennen kann, hilft das erschließen von neuen lebensmitteln sehr. schon mal den südländer obst- & gemüsestand ausgecheckt? schonmal dieses eine, seltsam klingende veggie-gericht beim asiamann probiert? oder überhaupt schonmal indisch gegessen? oder orientalisch? afrikanisch? die liste ließe sich ewig fortsetzen. mut zu neuem!

selber machen!
klar kann man beim austesten bereits fertiges essen konsumieren, in dem kein fleisch ist. ob das nun eine instantpackung von irgendwas ist, ein imbiss oder ein restaurant, ist egal. aber: billig ist das nicht. selber kochen macht mehr spass, ist gesünder & billiger. man weiß was drin ist. je weniger e und konservierungsstoffe, desto gesünder. Aber das ist meine meinung. einer der wichtigsten punkte ist primär das budget.

zutaten/ rückseiten lesen!
wenn man doch mal zu einem fertigprodukt greift, aufpassen! ich bin ja ein freund von bewusstem konsumieren & denke, man sollte eh die packungsrückseiten und zutatenlisten lesen bevor man sich das einfach reinzieht. in vielen unscheinbaren sachen sind tierprodukte drin, und wir reden hier nicht nur von eiern oder milch. maultaschen sind nicht gleich maultaschen, und nicht jeder weiß dass in maultaschenbrät für gewöhnlich fleisch ist. wer kein selbstverständlicher lebensmittel-durchschauer ist sollte anfangen genau anzuschauen was er da ist. man muss kein lebensmittelallergiker oder veganer sein um das zu tun. aber die lebensmittelhersteller schütten die verrücktesten sachen in so manches produkt, also augen auf!

ausgewogen, abwechslung & appetitlich.
nur eine kleine erinnerung: wenn fleisch vom speiseplan fällt, verschwinden natürlich auch einzelne nährstoffe etc. das wissen wir. von eiweißen über eisen und andere nette, wichtige sachen, die in eine gesunde ernährung gehören. man muss keine vitamintabletten fressen, aber man sollte sich gut überlegen woher man seine nährstoffe dann holt. obst und gemüse haben viele gesunde inhalte, die je nach zubereitungsart am besten für den körper sind, milch- und eierprodukte sind tolle eiweißlieferanten, wir alle wissen das. schlaumachen hilft. aber keine panik: nur weil man fleisch isst, heißt das nicht, dass man sich gesund ernährt. also bloß nicht von jemandem mit diesem argument dumm anmachen lassen. egal ob fleisch auf dem speiseplan steht oder nicht: ausgewogene ernährung ist wichtig, gesund & lecker. wer sagt, gesundes essen sei nicht lecker, hat keine ahnung (:

egal ob das nun für nur 40 tage ist, chaosmädchen, oder für doch länger, wechsel ab, probier aus, sei neugierig. das ist die gelegenheit für experimentierfreude!

soviel kurz zu den basics, jetzt zu einfachen gerichten!

1 Kommentar:

Chaosmaedchen hat gesagt…

Großartige kleine (eigentlich gar nicht so klein) anleitung für mich. ich werde mir morgen extra viel zeit lassen und den rewe und auch chefkoch.de mal nach leckeren sachen erkunden, die ich vielleicht bis heute noch nicht entdeckt hatte.
ich habe in meinen kochbüchern und denen meiner mitbewohner bereits ein paar supersachen entdeckt und bin mal gespannt wie ich mich so anstelle. ich meine ein paar gemüsenudeln oder selber gemachte pesto kriege ich auch so hin, aber da ich gerne gut esse und es eigentlich bis auf oliven nichts gibt, was ich nicht mag, reibe ich mir jetzt schon die hände =)
Danke nochmals und *knicks*