Freitag, Dezember 04, 2009

40 tage & 40 nächte, eine kleine gehhilfe (4): suppe

ok, wir haben uns auf suppe geeinigt. zunächst einmal zu den arten von suppe. jede ist einfach, und jede hat andere fans. es gibt klare suppen, es gibt suppen mit einlagen & natürlich cremige suppen. wenn die suppe nur zum magenfüllen/ flüssigkeit aufnehmen/ bei genesung und dergleichen benützt würd, braucht man sich nicht verkünsteln, denn dann ist es im grunde nur eine nette brühe. brühe kann man sehr leicht selbst machen, nur ist es sehr zeitaufwendig. wer es aber öko-style mag, der nimmt dann keine fertige brühe in pulver- oder würfelform. (hier wird natürlich zur gemüse brühe gegriffen, ne? die gibt’s im übrigen auch schon im bio-format. was btw für gewöhnlich nicht mehr kostet. also warum nicht mal die probieren.)

suppeneinlangen
wer mehr möchte als nur eine brühe kann seine suppe auch nährreicher gestalten, und zwar mit einlagen. klassiker unter den einlagen:
nudeln und teigwaren in jeder beliebigen form (buchstabennudeln, woohoo!), flädle, waffeln, eierstich, brotwürfel, backerbsen oder gemüse.
man sagt, bei gebundenen suppen aber auch anderes schönes zeug (und ich persönlich finde, man kann darf da auch mischen und ne klare suppe mit sowas verfeinern) wie grieß, reis, hafer, gerste, graupen, linsen, brot generell oder klößchen (wie gnocci). das ist doch eine ziemlich große auswahl die jeder vorliebe etwas lässt.

bei so einem zusatz zu einer (brühe)suppe muss man im grunde nur zwei sachen beachten, sonst sind sie ja quasi idiotensicher:
1. verklebbare sachen wie teigwaren oder klößchen erst in die brühe beimengen, wenn diese kocht. sonst gibt’s nachher eine pampe wegen der beinhalteten stärke.
2. körnerlastige einlagen wie reis oder graupen schon bei der noch kalten brühe zusetzen und damit weich kochen. sonst wird es sehr bissfest.

zwei zubereitungsweisen für (creme)suppen
so neben einlagen gibt es zwei wege eine schöne (creme)suppe zu zaubern. das geht jetzt mehr in richtung rezeptideen, ist aber mehr ein konzept, denn es lässt sich mit x-beliebigem gemüse praktizieren. das ist sehr einfach & je nach geschmack variierbar, deswegen lernt man das einmal, und dann hat mans drauf.

1. kochen, pürieren*, ggf andicken
2. anbraten, aufgießen, kochen, pürieren, ggf andicken

*nochmal zum pürieren: wer einen pürierstab hat, möchte ihn nicht mehr missen, denn durch ein sieb passieren macht wie gesagt dreck und nicht so viel spass. oder aber man kocht das gemüse superweich (so kann man aber auch nährstoffe verlieren), oder zerdrückt das gemüse im topf.
wer es aber bissfester mag, der schneidet das gemüse nur in mundgerechte stücke und macht es nicht ganz so cremig.

→ variante 1 ist im grunde idiotensicher. in diesem prinzip kann man das allermeiste gemüse problemfrei zubereiten und hat am ende eine wundervolle gemüsesuppe. aber nochmal ausführlich, schritt für schritt:

1. gemüse in stücke schneiden. (je kleiner, desto schneller geht die suppe. denn dann braucht man weniger zeit bis das gemüse gegart ist.)
2. gemüse in brühe oder wasser kochen, bis es weicher ist (weich genug zum ggf. pürieren oder bis ein entsprechendes gemüse (z.b. kartoffeln) genießbar ist).
3. brühe abgießen (& aufheben falls es zu dickflüssig ist! ansonsten stört die flüßigkeit beim pürieren)
4. gemüse pürieren/ passieren/ zerstampfen, bis die gewünschte konsistenz erreicht ist. ggf wieder ein bisschen brühe nachgießen.
5. andicken mit rahm, sauerer sahne, creme fraiche, süsser sahne oder schmand.
6. abschmecken und würzen.
7. servieren

sieben einfach schritte, right?

→ variante 2 ist ein winziges bisschen advanced & meiner meinung nach nicht bei jedem gemüse geeignet wie variante 1.

es gibt gemüse oder gewürze, wo es sinnvoll (bzw primär lecker) sein kann, diese erst kurz anzubraten und dann mit flüssigkeit aufzugießen.
zwiebeln z.b. kann man einfach kochen & pürieren. man kann sie aber auch erst anbraten & dann kochen. eine kleine liste von zutaten, bei denen mir das zuweilen sinnvoll erscheint, je nachdem was der geschmack lieber mag:
- zwiebeln
- chili
- knoblauch
- kartoffelwürfel (wenn sie ganz bleiben sollen)
- karotten
- kichererbsen
- bohnen
- brokkoli
- pilze
- rote beete
- zucchini
- auberginen
- fenchel
- lauch
- kürbis

ein tipp: gewürze dazu mit anbraten! das klingt jetzt vllt für den einen oder anderen etwas seltsam, aber im ernst: was bei einem gemüsecurry so toll klappt, kann bei einer gemüsesuppe mit konsistenz nicht falsch sein. ein kleines beispiel:
zwiebeln, chili & fenchel zusammen mit ein wenig öl in einem topf anbraten. genahlenen kümmel, edelsüsse paprika & koriander in den topf zugeben, kurz mit anbraten & dann mit flüssigkeit aufgießen. weich kochen, brühe abgießen, pürieren. brühe z.t. wieder zusetzen, mit schmand andicken, servieren.

es gibt gemüse, die schmecken erst dann besonders gut, wenn man sie ein wenig in öl angebraten hat. was auch immer man dann mit ihnen macht. dazu gehören z.b. fenchel, zwiebeln, auberginen & zucchini. es ist nur minimal mehr aufwand im vergleich zu variante 1 & einen kleinen tick geiler. also einen versuch wert, eh? (;

nur mal ein paar visuelle erinnerungen aus meiner kochvergangenheit, dass das sehr gut aussehen kann, was man dann auf dem teller hat:






so, ein langer post. länger als ich dachte & hoffentlich nicht allzu umständlich. & bevor ich den beende, noch eine kleinigkeit:

das verfeinern.
geschmäcker sind wie schon mehrfach erwähnt verschieden, aber an sich kann man – in den richtigen mengen & kombinationen – nur gutes mit folgenden dingen anrichten:
- wein (rot oder weiß, je nach suppe)
- frische kräuter (tiefkühl-option für gestresste oder menschen mit schwarzem daumen; sehr preiswert. nur selbst ziehen ist billiger. töpfchen aus dem supermarkt machen es nie lange, reichen aber für ein paar tage.)
- gewürze. ja, da kommt man nicht drum rum, so eine hand voll basics sollte man im haus haben. (bebloggen, frl. chaos?)
- andicken oder garnieren kann man wundervoll mit schmand, creme fraiche, saurer sahne oder rahm. wer es gerne supercremig mag, ist mit frischkäse auch nicht schlecht beraten. das ist sehr gehaltreich, aber fett ist ja bekanntlich auch geschmacksträger (;

ich hoffe dieser post über suppe nützt dir etwas, denn es ist so simpel und großartig – da wird man gerne mal suppenkasper. und um leckere suppen zu genießen braucht man ja auch kein vegetarier sein. das schöne an gemüsesuppen ist die riesige möglichkeit der varianz & der damit kommenden farben. denn das auge isst mit. und wenn der kopf das alles schön findet, tuts der magen auch & vegetarisch ist dann alles andere als langweilig.

guten appetit!

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