Sonntag, Januar 10, 2010

gesundheit wird völlig überschätzt. ja. genau.

ich bin reichlich verärgert. an sich denke ich, dass mein vorhaben für das neue jahr bisher eine super idee ist. zumindest wenn man sich mal wirklich an der machbarkeit eines solchen unterfangens wagt. für meinen freund war es eine große umstellung, als ich vor vier monaten beschloss kein fleisch mehr zu essen. neben all den reaktionen hier und auch in meiner familie fühle ich mich dadurch nur bestätigt. neueste events in meiner verwandtschaft lassen mich nur fester an diesem versuch halten wollen.

nicht nur meine gesamte verwandtschaft väterlicherseits ist in mehreren generationen vom krebs zerfressen, allem anschein nach scheint das nun auch mütterlicherseits immer mehr zum vorschein zu kommen. geschwister meines opas mütterlicherseits sind in jungen jahren an krebs kaputt gegangen & vorgestern erreichte mich beim besuch bei meinen eltern neuigkeit, die auf denkbar unpassendem wege an mich rangetragen wurde: meine großmutter mütterlicherseits liegt gerade irgendwo in einer reha-klinik rum, hat die op schon hinter sich & macht nun chemo. wir haben seit einigen jahren keine allzu enge beziehung mehr zu ihr, aber trotzdem erstaunt mich ihr eigener umgang mit so einer thematik immer wieder: sie hat uns eine postkarte geschrieben. meine mutter weiß dank dem wunderbarem familienzusammenhalt nicht mal so genau wer was für einen krebs hat & ob für sie (oder uns, ihre kinder) vllt irgendwo ein genetisch erhöhtes risiko für anfälligkeit oder dergleichen besteht. wenn meine oma jetzt also an den folgen ihres jahrzehntelangen rauchens eingeht, dann ist das nicht schön, aber naja, mal ehrlich: selbst verschuldet. wäre es jetzt aber so etwas wie brustkrebs, dann wäre das doch ganz nett zu wissen, hm?

mir geht das, trotz des besseren wissens, dass krebs nämlich zuweilen gut behandelt werden kann, dass es krebssorten gibt, wegen denen ich mir keine sorgen machen brauche, oder dass es sachen gibt, die bei frühzeitiger diagnose gut in den griff bekommen werden können, dass es tausende krebserregende oder fördernde dinge gibt, ziemlich an die nieren.

ich sehe mich jetzt also gerade bestätigt in dem versuch noch gesünder zu leben. & was sagt mein freund gestern, ohne dass ich weiter erklären konnte wer wie was und wieso? "was bitte schön hat denn krebs mit ernährung zu tun??"
ich bin wütend, gekränkt & beleidigt wegen soviel unverständnis, mangelndem trost oder akzeptanz für mein streben nach mehr gesundheit.
denn genau, ganz richtig: was bitte schön hat denn gesundheit mit ernährung zu tun?

Keine Kommentare: