Donnerstag, Januar 07, 2010

gute vorsätze? ja, aber ernsthaft.

2oo9 war ein gutes, wichtiges jahr. für mich, meine entwicklung & das gefühl etwas richtig zu machen. ich habe mir darum – und nicht etwa aus albernheit oder weil das “jeder” tut – einige neujahrsvorsätze für 2o1o überlegt. (ich glaube mit einer ernsthaften motivation ist so etwas (jahreszeitenunabhängig^^) viel eher durchziehbar als nur so larifari daher gesagt.)

- weniger prokrastinieren, mehr gleich schaffen, wenn ich die gelegenheit dazu habe
- beim essen komplett auf diese fertigprodukt-scheiße & hilfsmittel dieser art verzichten *
- komplett bio, öko, fairtrade etc. kaufen, wenn es die möglichkeit dazu gibt.
- anpflanzen & großziehen was ich kann
- selber machen wo ich kann, wenn ich kann oder ernsthaft versuchen es zu lernen


*dazu:
mir ist beim lesen von neulich schon erwähntem to be green von nectar & light plus den dazu gehörigen kommentaren etwas aufgegangen, was sich durch den ebenfalls schon erwähnten selbstversuch vom chaosmädchen & einer komponente ergeben hat. rückseiten & etiketten lesen ist eh pflicht geworden, für mich. blind und unwissend konsumieren ist nicht mehr so wirklich was für mich. aber ich ziehe jetzt (zumindest im ersten versuch) eine wichtige konsequenz aus all den oben genannten sachen. in jedem noch so netten fertig-nachtisch, pudding, creme etc ist oft gelatine mit drin. oft auch – wie ich finde – völlig unnötig. agar ist eine nette alternative, die gar nicht mehr so teuer oder unbekannt ist.

außerdem ein nicht unrelevanter punkt in meinem essen: eier. natürlich kann man seine eier (in eher ländlichen gegenden noch problemloser als sonst wo) für den eigenen gebrauch aus freilandhaltung „von nebenan“, von glücklichen hühnern kaufen. für die meisten leute heißt das aber, dass sie dieser eier aber nur für spiegeleier, frühstückseier und mal zum backen verwenden. was aber ist mit all den lebensmittel, die man „fertig“ kauft? mayonaise, saucen anderer art, pasta, gebäck und noch vieles mehr? ich persönlich glaube kaum, dass der großteil der lebensmittel die eier enthalten und fertig verkauft werden von glücklichen hühnern sind. persönlich glaube ich ja, dass der verbrauch von eiern durch solche lebensmittel pro kopf höher ist, als durch das bewusst eier selbst kaufen.
wieviel macht also meine entscheidung im supermarkt oder beim bauern nebenan nur eier von hühnern aus freilandhaltung und dergleichen zu kaufen, wenn ich sonst weiterhin bei diesen massentierhaltungseiern bleibe wenn es um fertige lebensmittel geht? ich glaube nicht viel, darum jetzt die entscheidung nur eierfreie produkte zu kaufen, auf produkte auszuweichen die explizit nur eier aus freilandhaltung gebrauchen oder eben der clou der überlegung: selber machen! ja, komplett.
(die selbe überlegung lässt sich natürlich ohne weiteres auf jedes x-beliebige milch-produkt übertragen. ich trinke ja nun seit einem jahr ohnehin nicht mehr viel milch, aber auch da fürchte ich, ist etwas mehr konsequenz angesagt.)

jetzt gibt es vllt leute, die sich sagen fräulein amok übertreibt hier ein bisschen, denn käfighaltung/ legebatterien-haltung von hühnern sei in der eu ja kein großes ding mehr & man könne ja nicht auf alles rücksicht nehmen.
doch, ich denke man kann. man muss sich nur gut überlegen, wo man grenzen ziehen möchte. ich sage: das ist alles machbar. ja, das wird aufwendig. ja, hier und da auch teurer. ja, ich weiß, auch das hier ist wieder nur ein tropfen auf den heißen stein. aber man kann ja mal einen anfang machen.

ein weiterer aspekt der mich zu dieser überlegung bringt: all das andere zeug, dass in fertigen produkten zuweilen so drin ist. viele e, viel versteckter zucker, viel unnötiger scheiß.
ich habe nicht viel wissenschaftlich belegtes dazu zur hand, aber ich bin sicher, es existiert einiges dazu. und selbst wenn ich jetzt keine expliziten belege dafür habe, ich glaube diese ganzen konservierungsstoffe und unnötigen zucker in unserem essen machen uns krank.
mal ist ok, in maßen ist ok. aber dieses ständige kaufen und verzehren fertiger güter mit allem möglichen - pardon – scheiß drin, da mach ich nicht mehr mit. nicht, wenn es so hergestellt wird.
diese ganzen sachen machen leute dick, krank und abhängig.

solange ich für mich (oder gäste) so selbst koche, backe, herstelle ist der aufwand überschaubar. ich weiß, dass es viele menschen gibt, die nicht immer zeit oder kraft für sowas haben. aber ich wage zu behaupten ich für mich habe das. und das ist es mir wert.

jetzt stellt sich nur fragen wie „wo mache ich ausnahmen?“, „was kann ich alles selbst machen?“ und „was kann ich noch lernen um etwas selbstzumachen, was nicht so einfach ist?“
die eine oder andere würzige sauce kann ich stressfrei selbst machen. soja sauce aber z.b. wird schon wieder schwer. großes plus: die meisten soja saucen werden eigentlich ohne chemiepampe gemacht. aber ich glaube ihr versteht den punkt.
grenzlastige bereiche werden wohl ohnehin sein: pasta (easy selbst machbar oder ohne eier erhältlich), brot (ja, in dem meisten zeug steckt einiger müll drin, ich bin überrascht!).
was für mich dann definitv sehr viel weniger sein wird ist der zucker aus limos, süssigkeiten, schokolade generell, überhaupt dieser ganze snack-kram den man sich hier und da mal gönnt.
ausnahmen (wenige!) werde ich machen, wenn ich außerhalb oder bei anderen esse, also quasi nicht selbst koche.
schwer würde das selbst machen bei sachen wie magerine oder butter oder gar käse und sahne. da muss ich schauen ob wie wo was möglich ist. bzw wie schlimm es da mit den zusätzen ist.
aus schlichten zutaten etwas tolles zaubern ist machbar. und dass ich das kann, weiß ich. jetzt heißt es grenzen austesten und alternativen suchen.

kurz: produkte aus (meiner meinung nach) nicht artgerechter tierhaltung, alles mit künstlichen konservierungsstoffen oder geschmacksstoffen fallen weg.
ich sage nicht, dass ich bei diesem ganzen unterfangen ab sofort komplett auf süsses oder dergleichen verzichten möchte. ABER: ich möchte es weitestgehend alles komplett selbst machen. was? lust auf kekse? dann back ich halt welche! was, lust auf einen brotaufstrich? dann mach ich den halt selbst!
beim zubereiten von vielen lebensmitteln ist zucker wichtig. und auch toll! aber in massen. oder mit natürlicherem zeug wie honig ersetzbar. in manchem nicht allem, wohlgemerkt.

was verspreche ich mir davon?
primär eine gesündere ernährung, eine (noch) ausgewogenere ernährung, neue erfahrungen in allen bereichen die mit lebensmitteln zu tun haben, das wegfallen von all diesem ungesunden zeug, ein bewussterer umgang von dem was ich überhaupt esse an „unnatürlichem“ zeug. aber auch ein kleines FUCK YOU LEBENSMITTELINDUSTRIE!

dicker brocken, einige umstellungen, ich weiß.
feedback, fragen, anregungen mehr als gerne erwünscht!

Kommentare:

Diandra hat gesagt…

Im Großen und Ganzen ein interessantes Unterfangen. Mir persönlich wäre der Zeitaufwand zu groß, aber z.B. die Freundin meines Vaters macht selber Nudeln.

Wie wichtig ist dir der Umwelt-Aspekt? Eine "Bio-Mango" z.B. ist nicht mehr bio, wenn sie um die halbe Welt geflogen wurde - gleiches gilt für Bananen etc.

Von Agar weiß ich nicht viel (wird gleich nachgeholt, da bin ich gestern schon drüber gestolpert), aber z.B. Sojaprodukte, die hierzulande konsumiert werden, müssen von weither eingeflogen werden und verbrauchen in den Ländern, in denen sie angebaut werden (das hierzulande angebaute Soja eignet sich nur als Viehfutter), Ressourcen, während die einheimische Bevölkerung hungert. Klar, Europäer zahlen mehr. Das ist der Hintergrund vieler "endlich bezahlbar gewordener Bioprodukte".

Ein wesentlicher Fortschritt wäre es, auf überwiegend im Inland resp. in unserer Gegend anbaubare und pflegbare Nahrungsmittel umzusteigen. Kürzere Anfahrt etc.

Und wie steht es mit Makeup, Kleidung etc? Verzicht auf knallige, aber umweltgefährdende (und teilweise nachgewiesen ungesunde) Chemikalien und Farbstoffe? Kosmetika (und Medikamente) aus Tierversuchen?

Es ließen sich viele Baustellen aufmachen, aber irgendwo muss man einen Anfang machen. Das Thema ist bei weitem nicht mehr so populär wie vor vielleicht 15 Jahren, als man in jeder BRAVO oder WENDY Tierquäler-Berichte lesen konnte, aber immer noch aktuell.

martini hat gesagt…

danke für den input!

ich habe das problem von regionalen & saisonalen gütern schon gar nicht mehr hier erwähnt, weil ich das eh schon mache, so gut ich kann.

der umweltaspekt ist mir sehr wichtig.
und klar sollte man dieses ganze "zeug durch die halbe welt schiffen" drastisch reduzieren. außer soja sauce und alle paar wochen mal ein bisschen soja reis drink befinden sich btw eh nicht viele soja produkte auf meinem speiseplan (;

ich möchte alle möglichen wichtigen komponenten so gut es geht berücksichtigen. gerne auch bei make-up & kleidung.
was mir hier zu fehlt ist eine gute anlaufstelle/ sammelstelle mit produkten (aller art), die sich dabei am ehesten empfehlen würden. bei lebensmitteln ist das relativ einfach. wenn ich mehl aus der nähe wollte, würde sich da sicherlich was finden lassen. bei make-up (nicht, dass ich überhaupt viel davon benütze) geht das wahrscheinlich nicht so regional.

hast du link-empfehlung, magazin-empfehlungen, die dazu was brngen, so ganz allgemein?

Christian hat gesagt…

Spannendes Vorhaben das ich klasse finde!
Viel Spaß beim Ausprobieren und Kraft beim Durchhalten!

Hab grad mal auf meiner Bio-Butter nachgeschaut... da steht gar nichts von Zusätzen drauf. 100% Milch? Hmmm... wenn du da weitere Infos findest, bitte mitteilen!

martini hat gesagt…

dankeschön!

naja, so wie ich das sehe, ist da nur milch für benützt worden.
auch in der heutigen, industriellen herstellung.
abgesehen von weiter zugesetzten startern zur rahmung wird nichts weiter reingekippt.

du hast sicher schon mal in einer doku oder sendung mit der maus gesehen wie man das macht, oder?

auch wiki lässt nichts weiter vermuten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Butter#Heutige_industrielle_Butterproduktion

magst du mir mal die marke von der butter nennen? da muss doch sicher online was recherierbar sein (:

Diandra hat gesagt…

Für Makeup gibt es tolle Anleitungen, wie man Produkte mit Küchenutensilien selber herstellen kann (bin nicht sicher, wie gut die Endresultate sind). Ansonsten - auch wenn es seltsam klingt - könnten dir seriöse Reenactment-Seiten und -Gruppen helfen, was naturnahe Herstellung von einzelnen Alltagsgütern angeht.

chaosmaedchen hat gesagt…

find ich NATÜRLICH klasse, ich denke eigentlich beim Essen wird das nicht so schwierig, da kann man eigentlich bei allem auf Bioprodukte zurückgreifen, selbst Schokolade oder so gibt's ja jetzt schon in Bio. Mir ist mal aufgefallen, was ich eigentlich fürn Freak geworden bin, weil ich morgens aufstehe und Biokaffee mit Biomilch trinke, mein Brötchen mit Biokäse esse, meine Bionudeln mit Biopesto überkippe und neulich hab ich sogar Biorotwein getrunken, was ich selbst sogar ein bisschen übetrieben fand. ;D
Gerade bei anderen Sachen wird das sicher super schwierig, dawill ich auch unbedingt Erfahrungsberichte von dir lesen. Neulich hab ich schweren Herzens nicht die Lederchucks gekauft, weil naja...totes Tier is totes Tier, also doch Stofflatschen ;D Von Vans gibts jetzt aber so saugeile Rise-Against-Latschen, sogar ohne Band-Logo, die vegan hergestellt sind. Veganschuhe XD Aber so über mein Makeup und die ganzen Sachen hab ich ehrlich gesagt noch gar nicht nachgedacht und auch Gemüse kaufe ich nicht unbedingt Bio und auch nicht auf dem Markt, weil der Samstagmorgen is und da schlafe ich ;P
Es gibt noch so unendlich viel zu tun.
Also, liebste Quelle der Inspiration und Motivation, ich lausche gespannten Ohres (?) und Auges auf Neuigkeiten!