Montag, Juli 12, 2010

"iss deinen salat & halt's maul"

das ist so ziemlich die quintessenz dessen, was mir ein bekannter auf einen ernsthaft erfreuten post über das finden von einem vegetarisch&/ veganen bratensaucen rezept erwiderte. zumindest so wie es bei mir ankam. weil wir elendigen vegetarier ja ständig ein 1:1 ersatzprodukt bräuchten. wie mich das ärgert! von jemandem, dessen freundin selbst vegetarier ist. von jemandem, der nicht weiß warum und wie ich eigentlich diesen schritt zum vegetarisch leben gemacht habe. von jemandem, der nicht weiß, wie es um mich & fertigprodukte steht. von jemandem, der nicht weiß, wieviel begeisterung ich in diese ganze "das mache ich mal selber, da muss doch was gehen"-herausforderung stecke. von jemandem, der wahrscheinlich in seinem ganzen leben noch nicht mal eine echte, tierisch bratensauce selbst gemacht hat.

mann! ich langweile mich eben nicht gerne beim essen. und ja, ich vermisse so manches (traditionelles) gericht, in dem es vor tier nur so wimmelt. vor allem fisch. ich probiere gerne aus, ich bin neugierig & schnell langweilbar. wenn ich jetzt also in einem knappen jahr keine zehn mal (selbstständig!) versucht habe, vegetarische variationen meiner früheren lieblingsgerichte zu zaubern, dann ist das also schlimm & verwerflich WEIL?
ist es nicht besser sich an diesen variationen zu versuchen & bei dem beschluss das alles ohne tote tiere zu schaffen zu bleiben, als einfach nachzugeben, nur weil man tiere halt gut schmecken können?
ich denke ja. und was diese ganze 1:1 ersatzprodukte-chose angeht:
1. mache ich das sehr selten. ich bin nicht diejenige, die ständig fertige ersatzprodukte anschleppt nur um zu gucken, wie gut sie denn als ersatz funktionieren.
2. darf man doch bestimmte kombinationen gerne mögen. manches ist nicht oder nur sehr schwer ersetzbar. & manche kombinationen gehören nun mal eben zusammen. so!

ich verstehe diese ganze verbissenheit & verdammung von diversen "ersatz"mentalitäten gar nicht. lieber ein ethischer erfolg mit nem ersatz & kompromis hier und da als ein inkonsequenter jammerlappen, der "finde ich ja sooo richtig, aber ich könnte niiieeemals auf fleisch verzichten, das schmeckt ja zu lecker" pienst ohne es mit ersetzen und umdenken wenigstens einmal versucht zu haben. so! ich esse salat, wenn es mir passt, werde mich aber nicht damit abfinden, dass ich nur salate und beilagen essen kann. in your face, b.!

Kommentare:

Diandra hat gesagt…

Wenn du noch einen selbstgemachten Fleischersatz probieren willst, hier gibt es ein Rezept für "Eggplant bacon". (^v^)

http://witchininthekitchen.blogspot.com/2010/07/eggplant-bacon.html

liathlannwindvogel hat gesagt…

Also so wie ich das verstanden habe, gibt es hier gar nicht um FleischERSATZ, sondern um fleischlose ALTERNATIVEN, die eben etwas schwer zu benennen sind.
mMn ist es tatsächlich ziemlich sinnlos, als nicht-Fleischesser etwas zu essen, das genau die gleiche Farbe/Konsistenz/Geschmack, etc hat, wie Fleisch (z.B. die widerlichen "vegetarischen Fleischbällchen", die man in der Mensa vorgesetzt bekommt), sondern es geht doch eigentlich darum, sich bewusst gegen etwas zu entscheiden und dann dem auch nicht ständig hinterherzutrauern, sondern sich ebenso wohlschmeckende Alternativen zu suchen? Oder hab ich da was falsch verstanden?
Und so habe ich dann auch deinen Post verstanden - als Freude darüber, ein Rezept gefunden zu haben für eine Sauce, die eine ähnliche Funktion wie Bratensauce haben kann, entweder auf Grund ihrer Farbe und Konsistenz, oder weil man sie eben zu Gerichten essen kann, zu denen ein Fleischesser Bratensauce machen würde. Spätzle zum Beispiel, oder Knödel mit Pilzen.
Und ja, echte Bratensauce ist eine Kunst, die leider wirklich nur mit Saucenknochen und, na ja, BRATEN so richtig gut gelingt. Maggi fix ist eklig, weshalb die (übrigens Fleischextrakte enthaltende) Bratensaucenpackung meiner (Vegetarier-)Exmitbewohnerin immernoch hier rumsteht.

Leo hat gesagt…

Ich finde es völlig legitim, "Ersatz" bzw. Alternativen zu essen. Ich wurde auch schon oft gefragt, wieso ich als Vegetarierin/Veganerin (bin da so wie du, noch nicht ganz vegan, leider) denn Ersatzfleisch essen würde. Ich verstehe nicht, wieso das so schwer zu begreifen ist. Ich bin aus ethischen Gründen Vegetarierin, ein Steak oder ein Schnitzel habe ich früher aber gern gegessen, weil es lecker ist. Du hast vollkommen recht mit dem ethischen Erfolg und dem Kompromiss. Ich frage die Leute dann immer, ob es für sie nicht auch "einfacher" wäre, Vegetarier zu sein, wenn man Ersatz hat. Ist doch so.

Aber hey, manche Leute werden es einfach nie verstehen. Am besten gar nicht erst drüber aufregen oder drauf eingehen (: