Sonntag, Mai 29, 2011

& nietzsche for breakfast.


beim frühstücken über eine bibelversangabe stolpern, die einen beinahe zum brechen bringt (sprüche 31,10-31) & zum runterkommen erst mal ein bisschen nietzsche in der küche lesen. ich liebe wie diese zornesfalte vom konzentriert leise lesen beim plötzlichen verstehen & begreifen in breites lachen mit wundervollen grübchen umschlägt. und innerlich macht es kurz mehrfach knack!.

je abstrakter die wahrheit ist, die du lehren willst, um so mehr mußt du noch die sinne zu ihr verführen.

{nietzsche, jenseits von gut und böse, sprüche und zwischenspiele 128.}

einfach mal all das sein, was man gerne wäre.

{wieder: fernweh deluxe. paris, 2009}


unverletzlich. unerschütterlich. unkompliziert. unermüdlich. unabhängig. unablenkbar. stattdessen? ein sprung mit anlauf ins emotionale fettnäpfchen nach dem anderen.

aus den letzten wochen (2)

{gebratene spaghetti mit rucola & tomaten}

{sushi, endlich einmal wieder.}

{orientalisches risotto mit pilzen & knoblauch}

{bester brokkoli der welt zu couscous mit eingelegten tomaten}

muss man ja mal fragen, ne?

{inoffizielles pub crawl shirt des siegerteams ss2011}

am ende ein licht.


{nachtspaziergang, 13.mai 2011}

Donnerstag, Mai 26, 2011

dog's dinner.

{außerdem: fernweh. paris, 2009}

in meinem nächsten leben möchte ich bitte nicht als overthinker wiedergeboren werden, ja? danke.
ich würde mein unglücklich sein gerne auf die hormone schieben. aber das erscheint mir weder ehrlich noch richtig. verheult ins bett kriechen, viel zu schöne musik hören & jakob von gunten lesen. wie zum henker schaffe ich es nur immer, in solche situationen zu geraten?

Mittwoch, Mai 25, 2011

yes and yes and yes.

“Everything has its own place and function. That applies to people, although many don’t seem to realize it, stuck as they are in the wrong job, the wrong marriage, or the wrong house. When you know and respect your Inner Nature, you know where you belong. You also know where you don’t belong.” (The Tao of Pooh)


gefunden bei indigoidian & für fürchterlich wahr befunden.


Mittwoch, Mai 18, 2011

ja?


gutenachtgeschichten beim zerstört und auf medikamenten im bett liegen. es sind die kleinen dinge im leben.

Montag, Mai 16, 2011

neologismen, feminismus & medien.

nicht nur wegen einigen amüsanten neologismen mochte ich diesen artikel. also einfach mal weitergereicht, bitte sehr.

die liebe in zeiten der kamera. malte welding, berliner zeitung.

Sonntag, Mai 08, 2011

kthxbye

heute ist muttertag. und ich werde mich nicht bei meiner mutter melden. oder etwas schicken. weil wir das nie wirklich richtig getan haben, weil man das an jedem anderen tag ganz genauso tun kann – und meiner meinung nach auch sollte – und weil es mit dieser bisherigen handhabung dieses tags wie eine heuchlerische, sich anbiedernde entschuldigung wirken würde.

ich werde mich aber nicht entschuldigen, es nicht ändern, es nicht ohne interesse ihrerseits erklären/erläutern/rechtfertigen & ich werde es schon gar nicht rückgängig machen. es gibt nichts zu entschuldigen, ich stehe zu dieser entscheidung.

ich habe den spießigen teil der löwenzahnfaschisten unterschätzt. keine ahnung, was ich genau erwartet habe, aber ganz bestimmt nicht so eine reaktion.

eher hätte ich mit einer riesen unzufriedenheit und hasstirade von meinem dad gerechnet. nicht von meiner ma, die alles in allem politisch sehr korrekt dabei ist, auch ihre ticks und kewlen momente hat dafür dass sie ende nächsten jahres 50 wird & sich ihr ganzes leben immer abgerackert hat. vermutlich haben wir beide, sie und ich, nicht mit so einer jeweiligen antwort & attitüde des anderen gerechnet.

anruf, kurzes update was daheim so passiert, die wichtigen news in sachen gesundheit meiner ma und unfallkonsequenzen meiner schwester ausgetauscht, frage nach meinem weiteren tagesablauf – aus höflichkeit oder ehrlichem interesse, ich weiß es nicht genau. auf die antwort, dass ich eine freundin zum tättowierer begleite plötzlich eine unerwartete hasstirade gegen tattoos, die unsinnigkeit dieser dinge & die unglaublich hohen kosten. nicht zu vergessen die ungemeine idiotie eines jeden menschen, der sich tätowieren lässt.

ich: also ich finde, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. wem das wichtig ist, der muss das halt für sich entscheiden. ist ja deren körper.

sie: jaja, da hast du ja schon recht. aber trotzdem ist das doch bescheuert!

ich: jedem das seine, mama.

sie: na immerhin hast du sowas nicht. ich will nicht, dass du mir mit sowas nach hause kommst!

ich: … äh. okay. ich – äh – werd mir das merken...

(5 lange sekunden pause)

sie: sag mal, wie meinst du das? Das klingt ja nicht sehr überzeugend. isses etwa schon zu spät?

ich: öh...

sie: ist das ein ja?!

ich: äh. also weißt du, eigentlich wollte ich dir das nicht so mitteilen.

sie: hast du zuviel geld oder so? ich dachte eigentlich, ich hätte dich zu einem vernünftigen menschen erzogen!

ich: ist ja nicht so, dass ich mir jetzt hakenkreuze auf die stirn tätowieren hab lassen.

kurze pause, ich rechne mit einer weiteren hasstirade auf dummheit, die gibt’s auch, aber dann doch plötzliches umlenken auf ein komplett anderes thema. keine nachfrage was genau, wo, wie groß oder warum. nichts. sie klang sehr aufgebracht, überrascht und entsetzt. der vorwurf in ihrer stimme machte deutlich, wie enttäuscht/verwundert/unzufrieden sie mit dieser neuen information ist.

machen wir uns nichts vor, die zeiten, in denen nur knastis, punks, nazis, rocker, superevil villains und schurken tätowiert sind, die sind vorbei. alte haut sieht auch ohne tattoos shice aus. wenn nicht völlig überstürzt gemacht, zeugt das in einigen hinsichten von der ernsthaften absicht oder werten und idealen, an die man da glaubt, sich offen zu ihnen bekennt und sich für den rest des lebens mitnimmt. Ein tattoo macht keinen schlechten menschen. menschen sollten bewertet werden nach ihren taten, gedanken und aussagen. wenn man meiner mutter nun also glauben darf, sind meine schwester und ich völlig missraten. absolut unmöglich und missraten. meine schwester fährt autos zu schrott und ich bin tätowiert. ui.

ich bin 25, beende mein studium gerade mit großem ernst und fleiß, gehe nebenbei arbeiten, nehme keine drogen, rauche nicht, gehe wählen, bin intelligent & interessiert und im kleinen aktiv am verbessern der welt & strebe einen verantwortungsvollen, fordernden, schwierigen aber wichtigen job in angriff. meine mutter hat einen alles in allem korrekten öko-sozi großgezogen, dem am wohl seiner mitmenschen, seiner umwelt und dem rest der welt liegt. was will sie eigentlich noch?

das hätte ich sagen sollen. genau das. ich bin zwar kein einfacher mensch, aber weiß gott kein schlechter mensch.

auf meiner rechten arminnenseite steht unterhalb von meinem handballen das wort veritas in einer banderole. ich stehe dazu, es bedeutet mir viel, ich meine es toternst. und was hätte ich in der situation machen sollen? sie anlügen? yeah, right. exactly the point of my tattoo.


Samstag, Mai 07, 2011

nein.

nein zum wiederholten stress mit bankangestellten. nein zum viel zu inkonsequent vor mich hinarbeiten & ungeplant lesen. nein zum gestresst & mental überfordert sein. nein zu jedem sehr verwirrenden, plötzlich bekundeten interesse von mehreren seiten. nein zu veriwirrung & panik als dauerzustand. habe mir fürs lesen heute vormittag 196 seiten vorgenommen. lesen UND verstehen. lalala-library here we go.

Freitag, Mai 06, 2011

literatur zum anziehen (2)


während ich mir also gedanken mache mal ein paar weitere sneak peeks. ich bin nicht verrückt, wenn ich auf fb verkünde, im bad waschbecken seien türkis-blaue buchstaben, die sich sogar reimen. naja, vllt ein bisschen. aber ich nehme keine drogen. immerhin.

Donnerstag, Mai 05, 2011

und manchmal,


da hilft nur sich ins bett legen, versuchen eine runde zu schlafen & hoffen, dass die kopfschmerzen wieder verschwinden. über andere sachen zerbricht man sich derweil lieber nicht den kopf. die ebbe auf dem konto, den immer größer werdenden literaturstapel, die damit wachsende panik, die zahl der stunden die man für alles bräuchte. einfach mal auf die bremse treten. finanziell, stresstechnisch, zwischenmenschlich. darauf nen löffel resteessen!

literatur zum anziehen (1)

brauche nach all der vielen linguistik mal wieder was literarisches, handwerkliches. eine kleine sneak peek gefällig? bitte sehr:

14. Juli 1834

Ich weiß wohl, was dich bannt in mir,
Die Lebensglut in meiner Brust,
Die süße zauberhafte Zier,
Der bangen tiefgeheimen Lust,
Die aus mir strahlet, ruft zu dir,
Schließ mich in einen Felsen ein,
Ruft doch arm Lind durch Mark und Bein:
Komm, lebe, liebe, stirb an mir,
Leg dir diesen Fels auf deine Brust,
Du mußt, mußt.


(Brentano)


ich habe keine lust mehr diese strophe jetzt syntaktisch zu analysieren, nicht mehr vorm frühstück. über den text freuen kann ich mich trotzdem. trotz reim, trotz metrum, trotz neuzeit.
und jetzt eine schöne gute nacht.

Montag, Mai 02, 2011

verbing weirds language

& i love it. gestern beim wandern (oh, welch zerstörung!) stolperten wir über dieses schild & ich wusste nichts mit dem wort poller anzufangen. aber selbst mit der nachgelieferten erklärung befand ich dieses schild als affig, denn besagte pfosten waren genauso auffällig bunt, reflektierend und von weitem sichtbar wie das schild selbst. ich wollte das wort poller dann zu einem wort ändern, das ich kenne & das weniger sinn an dieser stelle macht. Boller, Böller oder Pollen zum beispiel. aber meine begleitung kam mir zuvor und machte ein verb draus. das mir zwar genauso wenig sagt, dafür aber infantilen fäkalhumor andeutet und außerdem verbiert. verbieren ist super.

Sonntag, Mai 01, 2011

i don't do drugs, i do grammar & parts of speech.

man sagte mir eben, ich solle vllt eine weile die finger von adverbien lassen. unzumutbar! unmöglich! unfassbar!


Das Adverb ist der Grammatik zufolge ein unveränderliches Wort, das das Verb, das Adjektiv oder ein anderes Adverb durch eine Vorstellung vom Ort, von der Zeit, von den Umständen, etc. verändert. Dieser gefährliche Untergebene ist der Schäferhund der Satzherde. Wenn er befiehlt, dann um zu verschlingen.
Der saturnischen Literatur zufolge ist dasselbe Adverb eine Vokabel der Abenddämmerung, die sich anschickt, die Affirmation unfruchtbar zu machen, durch Plombieren die Konturen des Wortes zu verwischen und in einem Nebel die monströsen Paarungen der Antinomie zu begünstigen. Es ist der Wohltäter des Nichts.


(aus: léon bloy, die inkarnation des adverbs)

9 mal quer durch tübingen mit mr blum

an dieser stelle mal querbeet auszüge vom wundervollen shooting mit joni am freitag. in meinem leben müssten mehr dinge so laufen, wie an diesem tag. ein angenehmes arbeiten & die ergenbnisse können sich doch auch sehen lassen, oder? dankeschön, gerne wieder, monsieur!