Mittwoch, Juni 22, 2011

süsses oder saures.


ich sitze bei peter auf der terrasse & schaue auf ein kleines, schwäbisches stückchen land & garten hinaus, das wir seit unserem ersten besuch piccola toscana nennen & freue mich, als man mir einen espresso anbietet.
er fragt mich wie das doch noch gleich gewesen wäre, zucker zum kaffee aber keine milch? ich bejahe und kriege ein knisterndes papiertütchen gereicht. ich starre es an, mehr wegen dem aufdruck als wegen der tatsache, dass ich zum ersten mal seit langem wieder abgepackte portiönchen zucker in den händen halte, bei einer privatperson.
etwas an meinem blick lässt peter das gefühl bekommen sich rechtfertigen zu müssen und er erzählt, dass er in seinem ganzen leben noch nie eine packung zucker gekauft hat. doch, einmal, sagt er, ganz am anfang in einer sehr großen wg. aber das war gemeinschaftszucker. davor und danach nie wieder. du backst nicht, frage ich, stimmts? er bejaht meine frage und erzählt wie er irgendwann angefangen hat für sein kleines bisschen eigenbedarf an zucker einfach immer nur abgepackten zucker von unterwegs mitzunehmen. irgendwo in italien, erzählt er weiter, hat er im urlaub mit freunden beim kaffee trinken immer vier zuckerpäckchen pro tasse vorgesetzt bekommen. und beschlossen sie mitzunehmen. und seitdem wird zucker nur noch bei tschibo, der mensa oder cafés mitgenommen, wenn mehr da ist, als er für sich gerade braucht & es nicht diebstahl gleichkommt.

du hast in deinen vierzig lebensjahren nur ein einziges mal zucker gekauft? wirklich? er nickt & ich kann bei all meinem tagträumen von und sehnen nach etwas aussteigertum nicht anders als lächeln.

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