Dienstag, Februar 21, 2012

"wie erkennt man einen veganer auf einer party? gar nicht. er wird es erzählen. jedem."


sehr witzig. wirklich. irre komisch. sich sowas von guten freunden anhören zu müssen, ist ätzend. vor allem, wenn man mit sowas banalem, flachem, dämlichem von dieser person nicht gerechnet hat. wenn sich wildfremde oder idioten mit so einem humor brüsten, dann regt mich das auf, ja. aber wenn freunde das tun, von denen man weiß, dass sie einen & die beweggründe kennen, nein besser noch: sogar mit einem oder für einen vegan kochen & sich freuen, dann macht mich sowas einfach nur wütend.

ich versuche mich ja nicht aufzuregen, aber es wurmt mich. so fürchterlich sehr. wahrscheinlich ist es genau dieses sich echauffieren über so einen humor, was für manche leute wie ein unwiderstehliches witzchen, ein unbedingt geltbar machendes klischee wirkt.

wieso habe ich den eindruck mich und diese entscheidung ständig rechtfertigen zu müssen? müssten sich nicht eher all die "anderen" rechtfertigen für ihre lebensweise? ich hab es so satt bei sozialen events mit essen ständig der idiot und sonderling zu sein, der erklären muss wie und warum und was. manche leute fragen ja aus ehrlichem interesse nach. aber dann gibt es die aggressiven, die sagen "jaja, keine tiere töten, bla. aber mit nem glas milch tötest du doch keine kuh! was bist du denn für ein freak!" ich möchte gar nicht mehr so sehr missionieren, mit meinen erklärungen. ich möchte nur akzeptanz oder verständis für meine entscheidung. und dann auch entsprechende alternativen, wenn ich irgendwohin eingeladen werde, ohne immer gleich der freak zu sein, der tausend mal nachfragt bevor er irgendwohin kann zum essen, oder am besten gleich vorher schon gegessen hat. oder sich sofort rechtfertigen muss, wenn er sagt "nee, sorry, das kann/will ich nicht essen".

vielleicht ist es meine große enttäuschung über das verhalten eines freundes, der so einen schlechten witz raus haut, die mich so wurmt. besonders, wenn er einen kennt & man bei ihm weder missionierung vorhat, noch ständig kritik üben will, wie er lebt und isst.
ein ehemaliger mitbewohner sagte mir mal, dass das ablehnende verhalten mancher einem nahestehenden leute nur ausdruck mit der eigenen unzufriedenheit ist. lies: neid, bewunderung oder ähnliches für jemanden, der sowas durchzieht, während man selbst nicht die konsequenz hat, seine eigene bequemlichkeit, gewohnheit und traditionen aufzugeben - unabhängig davon was gesünder, ethischer, fairer oder sonst was ist. diese ablehnung als ausdruck einer eigenen unzufriedenheit ist eine nette theorie, aber irgendwie nur ein schwacher trost.

mal im ernst, hand hoch: bin ich denn die einzige, die sowas hören muss & sich dann auch noch furchtbar aufregt?

Kommentare:

CH hat gesagt…

Ich kann es nachvollziehen, dass du genervt bist. An manchen Tagen gehe ich total ungern auf irgendwelche Feiern - nicht mal wegen solcher Witzchen, die begegnen mir selten, sondern einfach, weil es mühsam ist, sich immer wieder (wenn auch nur kurz) zu erklären, herauszufinden, was man essen kann... Manchmal nervt es mich sogar, wenn die Leute einfach nur interessiert nachfragen, und ich wünsche mir nichts mehr, als einfach in Ruhe und ohne nachzudenken essen zu können.

Fräulein Kitsch hat gesagt…

Ich finde das auch so furchtbar. Bis jetzt kam sowas aber nie von engen Freunden. Meistens höre ich sowas wie "Ich esse ja auch nicht mehr viel Fleisch. Nur zwei Mal pro Woche." Da frag ich mich auch immer, warum mir das jetzt erzählt wird. Soll ich den Leuten eine Absolution erteilen? ;-)
Das schrecklichste Erlebnis hatte ich allerdings mal auf einer Grillfete als jemand seine Würstchen auf meinen Sojaburger gelegt und das austretende Fett schön darauf verteilt hat. Kommentar: "Damit dein Burger auch mal nach was schmeckt." Das kam allerdings nicht von einem Freund, sondern von einem mir Unbekannten, den jemand mitgebracht hatte.
Manchmal frag ich mich echt, was mit den Leuten los ist...

Diandra hat gesagt…

Na ja, manche Vegetarier/Veganer sind schon extrem missionarisch eingestellt, aber bei dir habe ich dein Eindruck eigentlich nicht. (Auch wenn ich ausdrücklich NICHT finde, dass irgendwer sich für sein Essverhalten rechtfertigen muss. Weder Herbivoren noch Omnivoren. *augenbraue*) Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist, sich bei größeren Events zu verköstigen - sogar die Vegetarier in meinem Freundeskreis fragen regelmäßig nach, obwohl ich bislang immer wahlweise eine vegetarische Alternative oder gar ein komplettes vegetarisches Mal auf dem Tisch hatte. Vegan geht auch, keine Frage... wobei das noch nicht gefragt wurde. Manchmal koche ich trotzdem vegan, nur so aus Spaß. ^^

Na ja, lass dir die Freude am Essen (egal, welcher Art) von so einem flachen Spruch nicht verderben.

Christian hat gesagt…

Ich hab letztens im Fernsehen eine Sendung gesehen, in der Veganer auf einem Bauernhof gezeigt worden sind. Die leben da mit dem Tieren zusammen, ohne sie "ausbeuten" zu wollen. Daher werfen sie die Eier weg, die gelegt werden. Oder verbrennen die Wolle der Schafe.

Daher finde ich es wichtig, das gerade Leute wie du davon erzählen, warum sie wie vegan leben.
Und leider sind die eigene Bequemlichkeit und die eigene Ersparnis eben doch die höchsten Werte in unserer Gesellschaft. Da will man "ehrlich" und "fair" dann lieber ganz ausblenden, weil es dann unbequem werden könnte.

Insgesamt würd ich so einen Kommentar aber einfach unter "blöder Witz - Klappe halten" abhaken.

Anonym hat gesagt…

Ich kenne auch einige Veganer und die sind leider nicht nur auf Toleranz bedacht sondern auf einer Mission - die Welt zu bekehren! Du bist da vielleicht ein anderes Beispiel.

Ich würde versuchen es nicht zu viel zu bewerten. Soll denn eine Freundschaft daran zugrunde gehen?

Daniela hat gesagt…

HAllo,

ich habe selber immer mal wieder versucht, vegan zu leben, bin aber letztlich nicht komplett überzeugt und deswegen nicht strikt. Ich lebe fast immer vegetarisch. Allerdings fand ich den Witz jetzt schon lustig - vielleicht greift es einen manchmal auch mehr an, als es gemeint war? Vegan ist halt schwer zu verstehen und die meisten Veganer, die ich kenne, sind tatsächlich Hardcore-Missionare und dabei teilweise sehr aufdringlich. Ich gucke meist, was man essen könnte, bringe sonst selber was mit und bin in Zeiten von immer mehr Magersüchtigen mit wenig Essen auf dem Teller wirklich noch nie aufgefallen.

Hör weg, wenn es dich stört und mach es für dich passend - wenn die anderen Fleisch essen wollen, dann sollen sie eben.

Anonym hat gesagt…

Geiler Witz! Und trifft genau den Punkt!

Anonym hat gesagt…

Das ist weniger ein Witz, ehr eine Satiere.
Außerdem gibt es im Deutschen Groß- und Kleinschreibung ;-)

Anonym hat gesagt…

Das ist kein Witz, sondern die traurige lästige Wahrheit. Wer Toleranz fordert, soll erst einmal lernen, Tolaeranz zu zeigen. Es nervt gewaltig, die ständigen Missonierungs-Versuche abzublocken. Ich esse, was mir schmeckt und das bleibt auch so.