Montag, Dezember 29, 2014

be careful what you wish for.

denn so schnell kann es gehen, dass sich wünsche erfüllen. anfang januar hat mich stuttgart wieder, zwei tage vor den weihnachtsferien hatte ich ein unverhofftes vorstellungsgespräch (das schlimmste, das ich je hatte) - aber so kann es gehen. die zeit bis zum sommer ist damit erstmal klar. & dann sieht man weiter.

womöglich wird mir tübingen wieder sehr schnell fehlen. zum glück gibt es wochenenden!

Sonntag, Dezember 14, 2014

souvenir, substantiv (n)


  1. die fähigkeit, vergangene informationen zu behalten und wieder aufzurufen.
  2. ein bestimmter gedanke, der im gedächtnis verblieben ist; erinnerung.
  3. ein kleiner gegenstand, der erinnerungen an ein bestimmtes ereignis oder eine bestimmte person hervorrufen soll; andenken.

aus jeder beziehung nimmt man erinnerungen, andenken, erfahrungen mit. jedes zwischenmenschliche miteinander von gewisser dauer prägt einen nachhaltig - im guten wie im schlechten. man lernt aus fehlern & verbucht so manche katastrophe unter „groß e wie erfahrung (schlecht)“, man nimmt sich vor, diesen oder jenen fehler nicht mehr zu machen & das schließt so manches mal den ganzen menschen mit ein. oder eine macke, schlechte angewohnheit oder einen gewissen typ menschen.
bisher hatte ich mit meinen beziehungen irgendwie mehr pech als glück & ich habe mich von einem berg schlechter erfahrungen zum nächsten geschleppt, mit viel dabei entstandenem ballast, den man dann mit in die nächste beziehung mitnimmt. aber man wächst auch mit diesen unter „groß e wie erfahrung“ gemachten erinnerungen und momenten, man wird so die person, die man ist – im guten wie im schlechten. nicht ganz unähnlich eternal sunshine of the spotless mind fragt man sich manchmal, ob man manche erfahrungen (inklusive leute) manchmal lieber nicht hätte haben wollen, wenn man denn könnte. & trotz so vieler, vieler schlechter momente, erinnerungen, erfahrungen & schmerz, kann man das nicht wollen. denn sonst wäre man nicht der mensch geworden, der man jetzt ist. & einige (überraschenderweise wenige) dinge, nimmt man dann doch als - wohlgemerkt gute - souvenirs aus beziehungen mit, selbst wenn man den menschen komplett aus dem leben gestrichen hat.


menschen, viele menschen & bekanntschaften – einige hat man sogar behalten. diverse kenntnisse über ostasien, die dortige küche, sprache & kultur inklusive dem dazugehörigen studium (manche dozenten denken bis heute, dass ich dieses fach selbst bei ihnen studiert habe).

neugierde beim kochen, viele lebensmittel. lust lebensmittel komplett selbst zu machen und zu probieren. eindrücke in akademische verbindungen als großes über den eigenen tellerrand schauen. swing & jazz. DIE frisur. kenntnisse bei whiskey. die tätowierung auf dem rechten handgelenk.

wissen um wein. literatur der französischen existenzialisten. das wissen, wie man in museen fürchterlich ärger oder großartige private führungen kriegen kann.

die allerwundervollste französische chicoreesuppe.

jetzt habe ich das glück, mich inzwischen ganz gut selbst abzukönnen beziehungsweise mit mir umgehen zu können. diese souvenirs sehe ich also inzwischen als andenken an etwas ein wenig gutes, das mich zu dem gemacht hat, wie ich bin. oder eher bereicherung als andenken. denn die personen, von denen ich die souvenirs habe, möchte ich nicht wieder. ich vermisse sie nicht, ich trauere den gemeinsamen tagen kein stück nach, ich habe sie aus guten gründen aus meinem leben gestrichen & bin nicht an einem sonderlich freundschaftlichem verbleiben jenseits des zivilen umgangs miteinander interessiert.


so über die vielen jahre verteilt mögen die oben aufgezählten souvenirs als läppisch oder wenig erscheinen. es sind auch nur die wenigen guten, denn die schlechten erfahrungen haben deutlich mehr gewogen. dass mir die listen so kurz und lächerlich wenig vorkommen, liegt aber vor allem daran, dass ich das glück habe, derzeit mit einem menschen zusammen zu sein, mit dem die liste sehr sehr viel länger wäre. nicht nur, weil man aus bereits gemachten erfahrungen und fehlern gelernt hat & daran gewachsen ist. sondern weil ich hier nicht das gefühl habe, dass es sich bei den neuen erfahrungen um andenken aus einer irgendwann mal vergangenen zeit handeln wird.

Dienstag, Dezember 09, 2014

2 x stuttgart

der dezember schleicht langsam aber stetig voran & ich fange an, mich auf ein paar ruhigere tage mit dem mann zu freuen. es ist das erste weihnachten seit meinem auszug, an dem ich nicht so wirklich zu meinen eltern fahre; es wird zeit für eigene traditionen & konsequenzen im familiären umfeld. meine mutter scheint ein bisschen traurig deswegen, aber ich freue mich auf das neue im hier und bei mir. bei ihm. nicht in stuttgart.

ich vermisse die stadt ein wenig. ich habe im ref bei weitem nicht so viel zeit in ihr verbracht & sachen unternommen, kennengelernt und dinge gesehen, wie ich eigentlich gedacht & mir vorgenommen hatte. aber trotz dieser schlimmen zeit ist mir die stadt ans herz gewachsen. ich habe sie lieb gewonnen & besser kennengelernt. & reagiere immer noch empört, wenn jemand im gespräch sagt, stuttgart sei hässlich, lieblos, dreckig, uncharmant. stuttgart hat wunderschöne ecken, schöne winkel, bezaubernde aussichten.

vor kurzem wurde ich nach einer fototour in tübingen mit einem bekannten gebeten, ihm doch mal "mein stuttgart" zu zeigen. schwierig, selbst an einem ganzen fototag, aber wir haben letzte woche mal mit einer meiner lieblingsecken angefangen: dem zauberhaften heusteigenviertel. 







& weil gefühlt jeder meiner ausflüge in die stadt auch immer in die stadtbibliothek führt, ging es auch diesmal noch kurz an diesen lieblingsort, mein für zwei monate lang zweites zuhause: die von außen harsch anmutende schönheit mit einem schönen herzen, in einigen mündern "bücherknast" genannt, von timo brunke treffender "lesevollzugsanstalt". ich hatte m und g neulich erst von der bibliothek vorgeschwärmt & würde es jederzeit wieder tun. g, ohnehin büchermensch par excellence, war ganz angetan & empfahl mir auf meine schwärmereien/verteidigungen von stuttgart das blog eines entfernten bekannten mit sehr netten worten: "lies ihn. er schreibt so wie du fotos machst."

ob diese aussage nun wahr ist oder nicht, kann ich schlecht beurteilen. aber ich mag die schreibe, die impressionen & die art & weise vom zeilentiger im kessel tatsächlich sehr gerne. in diesem sinne also eine empfehlung für freunde der schönen momentaufnahmen, kleinen besonderheiten & charmaten liebenswürdigkeiten, hier zusammen mit ausflügen in die kulinaristik & zwischen bücherdeckel.


ich vermisse stuttgart ab & an. stuttgart wird immer meine jugendliebe unter deutschen großstädten sein, ich finde es schön dort, ich bin gerne da & würde gerne wieder dort wohnen. dort leben. das aber nur unter einer prämisse.

Dienstag, Dezember 02, 2014

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ich hoffe, ihr hattet einen schönen ersten advent!

es geht in die plätzchenbackzeit... was wird bei euch gebacken?

Donnerstag, November 27, 2014

von der angst zuende zu lesen

kennt ihr das, wenn ihr ein buch zum ersten mal lest & euch - unabhängig von inhalt & thematik - pudelwohl dabei fühlt? sich zwischen die buchdeckel, zwischen die seiten verkriechen. in eine andere welt eintauchen. in andere köpfe, leben & rollen schlüpfen. mitfiebern, erleben, erträumen, tausend tode sterben. und dann ist es so spannend, so schön, so fesselnd, dass man es gar nicht zuende lesen mag. aber seite um seite schwindet, wird verschlungen, wird gelesen & man nähert sich mit großen schritten dem ende des buches - aber man will gar nicht, dass es endet. also lässt man es eine weile liegen, lässt es sein. um das wohlgefühl zwischen den seiten noch ein kleines bisschen zu behalten. weil man weiß, wie sich diese plötzliche leere nach dem lesen der letzten zeile anfühlt. mit dem erreichen des letzten absatzes, mit dem zuklappen des buchdeckels ist es dann plötzlich da & wird nicht einfach so von einem anderen buch oder ding ersetzt werden können. diese angst vorm zuende lesen eines buches ist die angst vor einer leere, die ein buch gefüllt hat.



so geht es mir gerade mit a dance with dragons & deswegen schlüpfte ich noch einmal kurz in harry potter & besuche jetzt zamonien.

Freitag, November 21, 2014

winter - eine to do liste

das wundervolle fräulein text und die tolle julie von mat & mi haben herbstlisten. ich finde das eine großartige idee - und möchte eine winterliste machen.

was steht in eurem winter auf dem plan?






  • einen adventskalender für den mann basteln 
  • einen adventskranz bauen & zum ersten advent stehen haben 
  • eingekuschelt an der leseliste weiterkommen, den stapel neben dem bett ablesen
  • ein weihnachtsmenü mit den jungs zaubern 
  • eislaufen gehen 
  • pinienzapfen zum blühen bringen 
  • plätzchen backen (✔) & lieben menschen per post schicken/ einpacken & verschenken 
  • rodeln gehen, so das wetter es denn zulässt
  • gemütliche spieleabende mit lieben freunden 
  • mehr eintöpfe zaubern lernen
  • die kälte nutzen & einen text fertig kriegen, der mir auf dem herzen liegt
  • nussbrot mit den walnüssen backen
  • winterspaziergänge 
  • fototouren trotz der kälte (✔)
  • nüsse kandieren 
  • ...


Montag, November 10, 2014

zeit zu lesen


das habe ich gerade viel. und ich tue es auch, die leseliste wächst gemütlich vor sich hin & es ist im gegensatz zu den letzten zwei jahren nicht so schullastig. das hat ja auch was. ich möchte an dieser stelle mal den wundervollen guy delisle empfehlen!

letztes jahr im frühjahr stolperte mir pjöngjang in der stadtbibliothek in die hände, zeit und muse erlaubten es mir in diesem jahr auch die anderen weltenbummler-momente von ihm zu lesen. ich kann die alben pjöngjang, shenzen, aufzeichnungen aus birma & aufzeichnungen aus jerusalem sehr ans herz legen; delisle versteht es nämlich bei seinen reisen und auslandsaufenthalten in allerlei kontroverse & brenzlige regionen der welt einen kritischen, aber offenen blick auf die dinge zu werfen, nachzufragen, neugierig & offen, mit einer liebe zum detail & moment. spannende perspektiven & momentaufnahmen in ansprechenden zeichnungen. es lohnt sich nach diesen graphic novels zu greifen!

was lest ihr gerade? für literarische empfehlungen bin ich zu haben, denn zeit ist ja da...

Sonntag, November 09, 2014

mein leben in halbkreisen (I)




















































das letzte bisschen sonnenschein wird genutzt, das bisschen gemeinsame freizeit auch. wir lassen uns den fahrtwind ins gesicht blasen, fahren gemütlich neben- & hintereinander her, er mal vor, mal hinter mir, selbst die kleinen rennen sind nur neckisch, kein ernst. ich liebe dieses leise rascheln der speichen im leerlauf, den wind in den ohren & die herbstsonne auf dem weg vor uns. den abend über wird geputzt & repariert, ausgebessert & nur sehr langsam rauscht die euphorie, die zufriedenheit über meine strahlenden wangen aus mir heraus. vom tanzen & sich-das-kopfkissen-teilen abgesehen hat mir bewegung selten so viel spass gemacht wie dieses schöne neue hobby. ich bin fasziniert von der geometrie dieser filigranen metall-räder, dieser schnellen radwunder. es gibt weiß gott schlechtere dinge, die man sich miteinander teilen kann als diese rasante fortbewegung und freizeitbeschäftigung.

Mittwoch, Oktober 29, 2014

den herbst aufsammeln, in die tasche stecken & trocknen.





putzen natürlich nicht vergessen.

im herbst sammle ich sonst ganz gerne kürbis. kastanien in kindlicher laune & bunte blätter bei sonnenschein. herbst riecht schön, herbstwind in den haaren fühlt sich wundervoll an!

 & eure lieblingsherbstmomente so?


Donnerstag, Oktober 23, 2014

herbst im haar, kopf und auf den tellern.

es tut sich was. vllt auch am "falschen" ende, aber es tut sich was. wenn man von der jobsuche absieht, geht es mir nämlich gut. & das finde ich irgendwie doch wichtiger und besser, als unglücklich in einer zwischen- oder übergangslösung feststeckt.
das zusammenwohnen hatten wir uns eigentlich anders gedacht, aber jetzt ist es quasi doch eins geworden - & auch schön. dass es dieses wintersemester stressig bei ihm würde, war vorher schon klar, aber ich finde, wir machen das beste draus & jede nacht neben dem traummann einzuschlafen & am nächsten morgen neben ihm aufzuwachen, ist eines der schönsten dinge, was mir so passieren konnte. wir essen zusammen, wir schlemmen zusammen & dass ich ihm gegenüber meine ernährungsumstellung nicht rechtfertigen muss, tut mir auch sehr gut. ich möchte niemandem rechenschaft schulden, darüber, was ich esse oder wie. das neue hobby rennradfahren kommt dazu & körperlich geht es mir mit umgestellter ernährung & sehr viel mehr bewegung so gut wie schon lange nicht mehr. ich lese, ich surfe, ich träume, ich bastle, ich koche so vor mich hin & bin für den moment zufrieden damit. lust, mich von anderen frischen und jetzt eingestellten lehrern dumm anmachen zu lassen ("wie, du hast keine stelle bekommen? alle meine freunde haben eine stelle bekommen! hast du dich denn nicht auf andere schularten beworben?") hab ich nämlich keine. die einzigen, die verständnis haben, sind interessanterweise ältere kollegen, die auch erst nach jahren eine stelle bekommen haben oder zumindest wissen, wie das system tickt. es liegt nicht primär an mir & das ist eine beruhigende feststellung, die mir gerade hilft, mit dieser vielen "freizeit" klar zu kommen statt in selbstzweifeln zu versinken & das beste draus zu machen. & das ist im zweifel auch mal gerne das, was auf dem teller landet. einblicke? bitteschön:



selbstgemachtes pflaumen-ketchup. nicht im bild sind die feinen gewürze, die noch dazu kommen. normales ketchup ist nach diesem wunderschönen testlauf in diesem haus leider nicht mehr akzeptabel (;



eigenhändig gesammelte pilze, zusammen mit ofentomaten & spaghetti squash kürbis.


schöne beilagen: gebratene schupfnudeln mit lauchzwiebeln.


neuer liebling: spaghetti mit kürbis-sahne-sauce, granatapfelkernen, feta & lauch.


herbst, dich ess ich gerne! mehr vom selbst sammeln & machen bald; das pflaumen-ketchup musste ich auf mehrere instagram-nachfragen hin schon als rezept versprechen (;


Freitag, September 05, 2014

à propose schlemmen

schon viel zu lange nicht mehr getan: kleine bilderschau aus der küche.

{ schottische limonade & minz-ziegenfrischkäse-erbsenquiche


 { zitronenpasta }


{ gebackener hokkaido auf rucola-tomaten bett mit in zucchini gewickeltem honig-knoblauch-feta aus dem backofen }

vom politischen schlemmen

ich habe mich verliebt. in eine darstellungs- und erzählensweise, ein tolles gespür für komposition, eine leidenschaft fürs essen und dem davon erzählen.

vor ein paar tagen stolperte ich durch zufall auf instagram auf einen albern klingenden account und war nach wenigen scrolls schon ganz hin und weg von den bildern und der attitüde dahinter. darf ich vorstellen: wurstsack. hinter dem wurstsack versteckt sich hendrik haase und herr haase tut etwas sehr schönes. er ist kommunikationsdesigner und zeigt in bildern, texten & aktionen seine leidenschaft zu lebensmitteln, essen, produktion & bewusstem konsum.
seine diplomarbeit ist ein entzückendes, toll zu lesendes meisterwerk namens stadt, land, wurst & zeigt in schöner darstellung schön erzählte gedankengänge zu spannenden themen rund um ernährung in deutschland. ich erwischte mich beim lesen an unglaublich vielen stellen beim nicken und staunen. eine dicke empfehlung für jeden freund von bewusster ernährung, egal welcher art.
an dieser stelle eine kleine (ent)warnung an alle vegetarischen und veganen leser und freunde: der vielleicht für einige abschreckend klingende nickname und das werk des wurstsacks zeigt nicht nur wurst, fleisch und tiere - herr haase scheint mir ein rundum interessiertes schlemmermaul, ein connaisseur vieler leckerer dinge zu sein.
aber hinter diesem schlemmermaul-dasein steckt ein spannender mensch, der sich mit hintergründen zu unserer essenskultur und deren produktion auseinander setzt. er bezeichnet sich selbst als food activist und nach lektüre seines blogs und seiner diplomarbeit ist das das mindeste, was man dazu in kompakter form sagen kann. slow food, selbstmachen, nachhaltigkeit, genuss zusammen mit kunst und kritischem konsum in schönen & wohlgeformten worten. ein wunderschönes rundumpaket, das ich den schlemmermäulern, den ästheten und genießern unter euch an dieser stelle sehr gerne ans herz legen mag!
auch eine empfehlung wert ist das grafische gesamtwerk des künstlers, ich empfehle einen blick in seine online einsehbaren arbeiten, den schwerst charmanten „kartensatz“ lebensgeschichten, auch seine fotografien und gemalten arbeiten.
ein toller allrounder, dieser mann! ich bin ganz hin & weg, das war ich von einem kommunikationsdesigner im komplettpaket noch nicht so. schaut ihn euch an (:


Donnerstag, September 04, 2014

das gute daran

zeit nutzen. für sachen, die man gerne mag. lesen, kochen, träumen, menschen sehen. der mann und ich waren ein paar tage in münchen zu besuch. low-budget reisen kann auch schön sein. ich habe das raus- und wegkommen sehr genossen, wenn es auch nur für kurze zeit war. vom endlich wieder fotos machen ganz zu schweigen.



Dienstag, August 26, 2014

die zeit heilt alle wunder (II)

die zeit streicht ins land & von zeit zu zeit stolpert mir aus dem briefkasten noch eine absage aus einer bewerbungsphase entgegen, die ich mental anscheinend schon lange abhakt hatte. absagen aus einem leben, das ich mental abgehakt habe. fürs erste, vorübergehend, vielleicht.
das süddeutsche schulsystem und ich haben schluss gemacht, nicht in beiderlei einvernehmen. aber wir wollen freunde bleiben - in der hoffnung, dass man in besseren tagen wieder sinntragend zueinander findet.

klingt wie ein ammenmärchen aus einer verzweifelten rom-com, stimmts?
nun, es gilt abzuwarten. denn inzwischen habe ich mich aus lauter sorge ewig in diesem unschönen lebensabschnitt festzuhängen - finanziell und gedanklich eingeschüchtert - tatsächlich nach "anderswo" meine fühler ausgestreckt. und bei all dem bangen, suchen, warten, hoffen, bangen (in dieser reihenfolge) schaffe ich andere dinge. nachdenken. zur  ruhe kommen. in mich gehen. menschen wiedertreffen, für die ich eineinhalb jahre in der versenkung verschwunden bin. wieder akademischere gespräche führen, wieder uni-luft schnuppern und vermissen. drüber nach sinnen, was ich eigentlich will. und wie ich alles, was ich will, umsetze. zeitlich, zwischenmenschlich, finanziell. aufräumen, mit altlasten, mit luftschlössern, mit statussymbolen, die ja doch keiner braucht. ich jedenfalls nicht. ich räume auf und sortiere neu. ich warte.

ich nutze die ganze abwarterei auf absagen, rückmeldungen, zusagen, terminvereinbahrung mit anderen dinge. lesen. längst überfällige briefe schreiben. mehr lesen. noch mehr nachdenken. blättern & staunen. schreiben.

ich halte meine füsse still & bin im kopf schon woanders.

Sonntag, August 03, 2014

long time no see!


es ist überstanden, es ist überlebt, es ist vorbei. die ekligsten achtzehn monate meines lebens a.k.a. referendariat sind überlebt, sogar mit einer zwei vorm komma. zu verschiedenen anlässen, an denen ich alles hinschmeißen und sein lassen wollte, habe ich mich mit "hauptsache bestehen, egal wie schlecht, egal ob vier null oder drei fünf" über wasser halten lassen, mein ausbilder hat mich überredet, mir mut gemacht, meine engsten freunde und der lieblingsmensch haben mich ausgehalten, ertragen und getröstet - immer und immer wieder.
und jetzt ist es vorbei. das ref. diese eklige sache voll von druck, psychoterror und stress. ich habe bestanden, mit einer leistung, die mich angesichts der beschreibung ("zwei" heißt "gut" heißt "erfüllt ALLE bedingungen und hat ALLES richtig gemacht") staunen lässt. jetzt läuft bereits die fünfte bewerbungsphase und ich bin ob der unschönen aussichten in wiederkehrenden, aufeinanderfolgenden phasen (aufregung, nervosität, kopfkino, vorfreude, ungeduld, enttäuschung) ordentlich aus der puste und entsetzt über ein intransparentes, unfaires, inkorrektes system. es bleibt nur das abwarten und weiterhoffen - drückt die daumen!

in der zwischenzeit versuche ich, mich nicht allzu sehr kaputt zu grübeln, zu verzweifeln und die angenehmen großen und kleinen dinge im leben zu genießen, die man mit einerseits freizeit, andererseits minimalsbudget, und suchen + sorgen im hinterkopf so haben kann. low budget-küche, menschen wiedersehen und endlich mal schulunbezogen lesen zum beispiel.

dazu bald mehr, ich freue mich, dass hier wieder mehr zeit hinfließen kann. wie ist es euch mittlerweile so ergangen?
-m


Mittwoch, Juni 04, 2014

grün ist die farbe der hoffnung, right?

er mag keine zimmer- und zierpflanzen. es sei denn sie sind essbar.

die können eingehen, aber meistens werden sie vorher aufgegessen. und irgendwie hat er ja auch recht. zierpflanzen kommen ihm also nicht ins haus. aus meinem dschungelwohnzimmer wird dann also nichts, aber das ist in ordnung. die anzahl meiner zierpflanzen lässt sich an einer hand abzählen, der rest sind genießbare nutzpflanzen und kräuter.

akut ist die planung noch nicht, dafür sind zu viele unsichere faktoren am start. ob ich eine stelle im schuldienst kriege - oder wo. die ausbildung ist überstanden, alle prüfungen überlebt, große erleichterung in vielen bereichen - unsicherheiten in vielen anderen. die zukunft ist so ungewiss, dass es bedrückend ist. bewerbungen, hoffnungen, absagen, alternativen. vorher brauche ich keine neue wohnung suchen. drei zimmer füreinander. erst der job, dann der ort. so die überlegung. dass er überhaupt von sich aus sagt, dass er mich bei sich haben will, immer, das bedeutet viel. denn er meint es genauso ernst. keine reine vernunftrechnung, aber die große sehnsucht nacheinander & bereits wochenlanges probeweise zusammenleben sagen uns, dass hier alles richtig ist. zumindest in einer sache in meinem leben & auf die freue ich mich riesig.

es laufe uns nicht weg, sagt er. ob wir morgen oder in fünf jahren zusammen wohnen, das ist egal. am liebsten sei ihm schon gestern.

er mag keine zimmer- und zierpflanzen. es sei denn sie sind essbar. gestern habe ich also sechs kakisamen in die erde gesetzt.

Mittwoch, März 19, 2014

glück im unglück.



die zeit rast nur so an mir vorbei. & mit ihr meine freizeit - mit allem drum & dran. ich komme nicht zum lesen von büchern, ich komme nicht zum treffen von freunden und lange aufgeschobenen, aber dennoch ernstgemeinten verabredungen und vereinbarungen. diese ausbildung frisst mich auf. aber mit etwas glück ist es in vier monaten überstanden. die letzte lehrprobenphase läuft im moment, zwei sind schon überstanden - & das sogar mit überraschend guten noten.
so schön die arbeit mit kids ist, so nett es ist, einmal ein kleines bisschen geld auf dem konto zu haben ... ich vermisse meine freiheiten. ich möchte malen & fotografieren, nähen & basteln, raus gehen & menschen wiedersehen, die mir sehr fehlen. im moment bin ich schon froh, wenn ich mehr als 5 stunden gesunden schlaf ankriege. gesunden schlaf, so am stück. nicht nur panikschlaf und erschöpfungsschlaf. ruhigen, erholsamen schlaf ohne schlechte träume & schlechtes gewissen, weil man sich gerade doch mehr ruhe gönnt, als man es sich eigentlich erlauben könnte.
so ist das also mit einem läppischen halben deputat? nein. es ist ja nicht nur das halbe deputat. es sind diese 11 bis 12 regulären, eigenen stunden, dazu noch eine leihklasse für einen unterrichtsbesuch dort, eine leihklasse für eine lehrprobe da, zusatzirrsinn und haareraufen für die schriftliche dokumentation und ärger über kollegen & vorgesetzte, die einem zwar steine und erwartungshaltungen in den weg werfen, aber keinerlei einsicht & verständnis haben. & der eigene perfektionismus, der mir anscheinend oft genug im weg steht. da geht irgendwann die puste aus. da fehlt die kraft für die einfachsten dinge. ohne besuch vom freund alle paar wochen würde ich nicht mal das staubsaugen und geschirrspülen in den eigenen vier wänden regelmässig in angriff nehmen, weil mir schlichtweg der nerv dafür fehlt. hobbys bleiben fast gänzlich auf der strecke. ich habe seit monaten kein fotoshooting oder fotoprojekt größerer art mehr fortgesetzt oder weitergeführt. das schreiben läuft nicht, weil ich schlichtweg nicht die ruhe finde, länger als zehn minuten am pc zu sitzen, wenn ich gerade mal keinen unterricht vorbereite, kein arbeitsblatt baue oder fakten für die nächste stunde recherchiere. dazu das größtmögliche unkompliment, der größtmögliche downer fürs eigene schreiben vom ausbilder. so von deutschlehrer zu deutschlehrer. das zieht runter & macht wenig mut. also halbes deputat mit bisschen zusatzstress und psychoterror, weil "das referendariat eben so ist, da muss jeder mal durch". aha.

hätte ich all das vor 14 monaten gewusst, hätte ich die ausbildung niemals angefangen. aber jetzt zieh ich durch. & dann hoffe ich, dass ab juli alles glatt geht. einfach hoffen statt in panik ausbrechen. bewerbungen sind raus, die eigene organisation wird besser, vorhaben außerhalb der schule laufen endlich wieder an, langsam aber stetig.
es ist ja auch nicht alles schlecht, anstrengend & ätzend. ich habe das riesige glück, einen großartigen menschen zu haben, der mich versteht, tröstet, aufheitert, in den arm nimmt & mir hilft, wo er kann. dieser kerl ist das absolut beste, was mir jemals passiert ist. ich bin unglaublich dankbar für diesen lichtblick von einem menschen. ohne diesen kerl würde ich den ganzen irrsinn vermutlich nicht durchstehen. ich bin froh um jedes bisschen ablenkung von meiner panik & jedes bisschen ruhe, das er in meinen unruhigen alltag bringt. wenn da nicht das pendeln wäre. wird dringend zeit, dass ich weniger zeit im zug verbringe & mehr ruhe, gelassenheit & frieden in mein leben reinkriege, dann wird der rest hoffentlich wieder.

aber jetzt genug gejammert, ärmel hochgekrempelt & weiter geht's! motivationstipps & aufmunterer werden gerne entgegen genommen. was macht ihr um aus einem berg voll arbeit heraus zu kommen? was heitert auf & spornt euch an?

Mittwoch, Februar 05, 2014

plötzlich zu erwartendes


& dann bringt einen ein anruf völlig aus der fassung. weder anrufer noch nachricht sind überraschend. & doch ist man plötzlich überrumpelt. von den eigenen emotionen & dem unguten gefühl in der magengegend. der erste panikartige gedanke ist flucht unter die bettdecke mit wohlig warmem tee & einem netten kinderbuch. heile welt.

wenn man ganz sachlich & nüchtern an die chose rangeht, dann findet man die nachricht vorhersehbar, nachvollziehbar und vielleicht sogar richtig. so im großen & ganzen. ändern kann man die neuen umstände nicht, auch wenn man zwischen den stühlen sitzt. aber das wissen, dass man anstelle der betroffenen schon viel früher einen schlussstrich  gezogen hätte, macht es nicht weniger unschön oder merkwürdig.

nicht, dass ich der erste mensch wäre, dessen eltern ihre beziehung nicht hinkriegen & offenbar aufgeben.

Montag, Januar 27, 2014

leseliste 2014

nachdem ich in den letzten jahren so viel und so gerne mit leselisten gearbeitet habe, sehe ich keinen grund, das dieses jahr nicht wieder zu tun. auch wenn ich bis juli wohl nicht allzuviel hier sammeln können werde. also nichts außer schulrelevanter lektüre oder albernen kleinigkeiten. aber wer weiß!
allein diese woche werde ich nach der heute morgen überstandenen lehrprobe eine herrliche kleine auszeit nehmen. lesen! hörbücher! kochen! wein! zeit mit dem mann! das leben hat mich kurz wieder.

edit, juni 2014: es schleicht sich doch fast nur schullektüre ein. und manche sogar zum zweiten mal, auch wenn sie 2013 schon mal gelesen wurde. zum glück lohnt sich das jedes mal.

gelesen:

1. adriano back: manieren 2.0 (269 seiten)
2. george r.r. martin: a game of thrones - a song of ice and fire (864 seiten)
3. sherman alexie: the absolutely true diary of a part-time indian (230 seiten)
4. friedrich dürrenmatt: die physiker (93 seiten)
5. nora gantenbrink: verficktes herz & andere geschichten (158 seiten)
6. gottfried keller: kleider machen leute (61 seiten)
7. wolfgang herrndorf: tschick (254 seiten)
8. timo brunke: das 10 minuten dings (103 seiten)
9. lars klinting: kasimir pflanzt weiße bohnen (36 seiten)
10. george r. r. martin: a game of thrones - a clash of kings (969 seiten)
11. george r.r. martin: a game of thrones - a storm of swords (1128 seiten)
12. friedrich dürrenmatt: der besuch der alten dame (160 seiten)
13. george r.r. martin: a game of thrones - a feast of crows (979 seiten)
14. guy delisle: pjöngjang (176 seiten)
15. guy delisle: aufzeichnungen aus birma (263 seiten)
16. guy delisle: aufzeichnungen aus jerusalem (336 seiten)
17. guy delisle: shenzen (160 seiten)
18. george r.r. martin: a game of thrones - a dance with dragons (1136 seiten)
19. walter moers: die 13 1/2 leben des käptn blaubär (704 seiten)
20. florian illies: 1913 (320 seiten)


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8371 seiten



in arbeit / in planung:

jeannette walls: half-broke horses
hermann hesse: steppenwolf (übersetzung)
chuck palahniuk: damned
joseph conrad: heart of darkness
hermann hesse: unterm rad

Samstag, Januar 25, 2014

mit staunen und zittern.

nein, nicht die nothomb. mehr so ich. es gibt mich noch, aber irgendwie kommt alles zu kurz. der mann, die hobbys, das essen. nach den lehrproben wird es besser, hoffe ich. übermorgen ist meine erste. nach einer ersten panikattacke kam die große ruhe & gelassenheit, die ich von mir so nicht kenne. vielleicht ist es zuversicht. vielleicht ist es das wissen darum, dass die stunde an sich sehr gut geplant und rund ist - gefühlt das erste mal bei so einem wichtigen besuch seit ich diesen furchtbaren lebensabschnitt angefangen habe. 7 uhr 40 am montag also mal daumen drücken. uff!


zum jahreswechsel habe ich außerdem mal meine listen aktualisiert: meine leseliste 2013 bestand aus fast 70 büchern, gegen ende hin fast nur noch aus schul- und ausbildungsrelevanten lektüren, unter denen sich aber immerhin doch einige perlen befanden. sogar mit dem ollen tell hab ich mich wieder angefreundet.
das update meiner filmliste gibt es bei mademoiselle et l'ecran unter filme a-z
was sonst? bei twitter findet man mich auch, der interessierte leser sei an dieser stelle an @MMugnaia verwiesen.

und bei euch? was gibt es neues, lasst hören!