Mittwoch, März 19, 2014

glück im unglück.



die zeit rast nur so an mir vorbei. & mit ihr meine freizeit - mit allem drum & dran. ich komme nicht zum lesen von büchern, ich komme nicht zum treffen von freunden und lange aufgeschobenen, aber dennoch ernstgemeinten verabredungen und vereinbarungen. diese ausbildung frisst mich auf. aber mit etwas glück ist es in vier monaten überstanden. die letzte lehrprobenphase läuft im moment, zwei sind schon überstanden - & das sogar mit überraschend guten noten.
so schön die arbeit mit kids ist, so nett es ist, einmal ein kleines bisschen geld auf dem konto zu haben ... ich vermisse meine freiheiten. ich möchte malen & fotografieren, nähen & basteln, raus gehen & menschen wiedersehen, die mir sehr fehlen. im moment bin ich schon froh, wenn ich mehr als 5 stunden gesunden schlaf ankriege. gesunden schlaf, so am stück. nicht nur panikschlaf und erschöpfungsschlaf. ruhigen, erholsamen schlaf ohne schlechte träume & schlechtes gewissen, weil man sich gerade doch mehr ruhe gönnt, als man es sich eigentlich erlauben könnte.
so ist das also mit einem läppischen halben deputat? nein. es ist ja nicht nur das halbe deputat. es sind diese 11 bis 12 regulären, eigenen stunden, dazu noch eine leihklasse für einen unterrichtsbesuch dort, eine leihklasse für eine lehrprobe da, zusatzirrsinn und haareraufen für die schriftliche dokumentation und ärger über kollegen & vorgesetzte, die einem zwar steine und erwartungshaltungen in den weg werfen, aber keinerlei einsicht & verständnis haben. & der eigene perfektionismus, der mir anscheinend oft genug im weg steht. da geht irgendwann die puste aus. da fehlt die kraft für die einfachsten dinge. ohne besuch vom freund alle paar wochen würde ich nicht mal das staubsaugen und geschirrspülen in den eigenen vier wänden regelmässig in angriff nehmen, weil mir schlichtweg der nerv dafür fehlt. hobbys bleiben fast gänzlich auf der strecke. ich habe seit monaten kein fotoshooting oder fotoprojekt größerer art mehr fortgesetzt oder weitergeführt. das schreiben läuft nicht, weil ich schlichtweg nicht die ruhe finde, länger als zehn minuten am pc zu sitzen, wenn ich gerade mal keinen unterricht vorbereite, kein arbeitsblatt baue oder fakten für die nächste stunde recherchiere. dazu das größtmögliche unkompliment, der größtmögliche downer fürs eigene schreiben vom ausbilder. so von deutschlehrer zu deutschlehrer. das zieht runter & macht wenig mut. also halbes deputat mit bisschen zusatzstress und psychoterror, weil "das referendariat eben so ist, da muss jeder mal durch". aha.

hätte ich all das vor 14 monaten gewusst, hätte ich die ausbildung niemals angefangen. aber jetzt zieh ich durch. & dann hoffe ich, dass ab juli alles glatt geht. einfach hoffen statt in panik ausbrechen. bewerbungen sind raus, die eigene organisation wird besser, vorhaben außerhalb der schule laufen endlich wieder an, langsam aber stetig.
es ist ja auch nicht alles schlecht, anstrengend & ätzend. ich habe das riesige glück, einen großartigen menschen zu haben, der mich versteht, tröstet, aufheitert, in den arm nimmt & mir hilft, wo er kann. dieser kerl ist das absolut beste, was mir jemals passiert ist. ich bin unglaublich dankbar für diesen lichtblick von einem menschen. ohne diesen kerl würde ich den ganzen irrsinn vermutlich nicht durchstehen. ich bin froh um jedes bisschen ablenkung von meiner panik & jedes bisschen ruhe, das er in meinen unruhigen alltag bringt. wenn da nicht das pendeln wäre. wird dringend zeit, dass ich weniger zeit im zug verbringe & mehr ruhe, gelassenheit & frieden in mein leben reinkriege, dann wird der rest hoffentlich wieder.

aber jetzt genug gejammert, ärmel hochgekrempelt & weiter geht's! motivationstipps & aufmunterer werden gerne entgegen genommen. was macht ihr um aus einem berg voll arbeit heraus zu kommen? was heitert auf & spornt euch an?

1 Kommentar:

Christian hat gesagt…

Ich denke es sollte dich sehr motivieren, wenn du dir klar machst, wie viel schon hinter dir liegt (inkl. Studium!!) und wie nah das Ziel jetzt schon ist.

Vielleicht wäre es aber eine gute Idee, wenn du dir deine Vor- und Nachbereitungszeiten auch vorab festlegst: Bis um die und die Uhrzeit muss es fertig sein! Und dann holst du das Beste aus dieser Zeit raus. Danach ist dann Feierabend und du hast Zeit für dich. Ganz ohne schlechtes Gewissen, weil du es dir verdient hast! Weil jeder andere auch Feierabend hat und sich dann erstmal nicht mehr um die Arbeit kümmert.
Das ist v.a. Kopf-Training, das man als Lehrer auch braucht.

Ich gratuliere auf jeden Fall schon zum guten Abschneiden bisher und wünsche noch viel Erfolg auf den letzten Metern!